„Also der ‚arme Ritter‘ ist wieder in Szene gegangen?“ fragte Jewgenij Pawlowitsch, an Aglaja herantretend.

Doch diese maß ihn zur größten Verwunderung des Fürsten nur mit erstaunt fragendem Blick, als wolle sie sagen, daß zwischen ihnen doch wohl nie vom ‚armen Ritter‘ die Rede gewesen sein könne und sie seine Frage überhaupt nicht verstehe.

„Aber es ist doch zu spät, jetzt ist es doch viel zu spät, noch in die Stadt zu schicken, um den Puschkin zu kaufen!“ bemühte sich Koljä, die Generalin, mit der er sich wieder stritt, von ihrem Vorhaben abzubringen. „Glauben Sie mir doch endlich, ich sage es Ihnen zum dreitausendstenmal: es ist heute viel zu spät dazu!“

„Ja, heute ist es allerdings zu spät, noch in die Stadt zu schicken,“ pflichtete ihm Jewgenij Pawlowitsch, der sich von Aglaja möglichst schnell abwandte, bei. „Auch, glaube ich, dürften die Läden in Petersburg schon geschlossen sein, die Uhr geht bereits auf neun,“ sagte er nach einem Blick auf seine Taschenuhr.

„Und in der vornehmen Welt ist’s ja auch gar nicht Sitte, sich so lebhaft für Literatur zu interessieren! Fragen Sie mal Jewgenij Pawlowitsch. Das fashionabelste ist heutzutage, in einem gelben Char-à-bancs mit roten Rädern spazieren zu fahren.“

„Schon wieder ein Zitat, Koljä!“ seufzte Adelaida in komischer Verzweiflung.

„Aber ich bitt’ Sie, er spricht ja doch nie anders als in Zitaten,“ versetzte Jewgenij Pawlowitsch. „Mitunter kann man ganze Phrasen der ‚Kritischen Rundschau‘ von ihm wiederhören. Ich habe schon lange das Vergnügen, Nikolai Ardalionytschs Redeweise zu kennen; doch diesmal war es kein Zitat, sondern eine nicht mißzuverstehende Anspielung auf meinen gelben Char-à-bancs mit roten Rädern. Nur haben Sie sich damit leider ein wenig verspätet, denn ich habe meinen Wagen bereits umgetauscht.“

Der Fürst hörte Radomskij mit großem Interesse zu. Er fand, daß Jewgenij Pawlowitsch sich ganz vorzüglich hielt, und namentlich gefiel ihm außer seiner Bescheidenheit und Scherzhaftigkeit, daß er so freundschaftlich mit Koljä sprach, wie mit einem völlig Gleichstehenden, und obgleich dieser ihn doch offenbar hatte foppen wollen.

„Was ist das?“ fragte Lisaweta Prokofjewna erstaunt, als plötzlich Wjera Lebedewa mit mehreren ganz neuen, prächtig eingebundenen Büchern großen Formats vor ihr erschien und ihr eines derselben reichte.

„Puschkin,“ sagte Wjera. „Unser Puschkin. Papa befahl mir, Ihnen unseren Puschkin zu bringen.“