„Wie das? Wie ist das möglich?“ wunderte sich die Generalin.
„Nicht als Geschenk, nicht als Geschenk! Wie dürfte ich das wagen!“ beteuerte sofort Lebedeff, der im Augenblick neben seiner Tochter auftauchte. „Zum selben Preise, für den ich ihn gekauft! Das ist mein eigener, sozusagen unser Familien-Puschkin, die Gesamtausgabe Annenkoffs, die jetzt nirgends mehr zu haben ist – zu demselben Preise, wie gesagt. Ich biete Ihnen die ganze Ausgabe untertänigst zum Kaufe an, um die edle Ungeduld des literarischen Wissensdranges Eurer Exzellenz zu befriedigen.“
„Ach so, du willst deinen Puschkin verkaufen, – besten Dank. Sollst nichts verlieren, hab’ keine Angst; nur krümme dich, bitte, nicht so viel, Väterchen. Ich habe von dir gehört: du sollst ja ungeheuer belesen sein, sagt man. Dann können wir einmal diskutieren. Wirst du selbst deinen Puschkin zu mir bringen?“
„Gewiß mit der größten Ehrfurcht und ... Ehrerbietung!“ – Lebedeff, der die Bücher seiner Tochter bereits aus den Händen gerissen, zerschmolz förmlich vor Seligkeit.
„Verlier’ sie nur nicht bis dahin, bring sie meinetwegen auch ohne Ehrerbietung, doch mit der einen Bedingung,“ fügte sie langsam, ihn kritisch betrachtend, hinzu, „nur bis zur Schwelle; denn heute werde ich dich nicht empfangen. Deine Tochter Wjera dagegen laß mal ruhig sogleich zu uns kommen, die gefällt mir sehr.“
„Warum sagen Sie denn nichts von jenen, Papa?“ wandte sich Wjera ungeduldig an ihren Vater. „So werden sie ja schließlich noch unaufgefordert eintreten, sie sind ja doch nicht mehr zu halten. Lew Nikolajewitsch,“ wandte sie sich an den Fürsten, der nach seinem Hut gegriffen hatte, um Jepantschins, die bereits aufbrechen wollten, zu begleiten; „es sind dort welche, die mit Ihnen sprechen wollen, vier junge Leute, sie warten bei uns und sind wütend, weil Papa sie nicht zu Ihnen lassen will.“
„Was wollen sie von mir?“ fragte der Fürst.
„Es sei eine geschäftliche Angelegenheit, sagen sie; aber sie sind jetzt so weit, daß sie, wenn man sie nicht empfängt, schließlich noch einen großen Skandal machen werden. Sie können Sie im Park aufhalten. Ich denke, es ist besser, Lew Nikolajewitsch, Sie empfangen sie jetzt schnell und schicken sie dann fort – dann sind Sie sie los. Gawrila Ardalionytsch und Ptizyn reden dort mit ihnen und wollen sie beruhigen, aber sie wollen sich nicht fortschicken lassen.“
„Pawlischtscheffs Sohn, Pawlischtscheffs Sohn ist’s! Lohnt sich nicht, nicht der Mühe wert!“ beteuerte Lebedeff, mit beiden Händen abwinkend. „Es lohnt sich wahrhaftig nicht, sie überhaupt anzuhören! Und sich von solchen Leutchen auch nur aufhalten zu lassen, wäre ganz unter Ihrer Würde, durchlauchtigster Fürst. Jawohl, das ist meine Meinung. Es lohnt sich wahrhaftig nicht ...“
„Pawlischtscheffs Sohn! Großer Gott!“ entfuhr es dem Fürsten in der ersten Bestürzung. „Ich weiß ... aber ich habe doch ... ich habe doch diese ganze Angelegenheit Gawrila Ardalionytsch übergeben! Und Gawrila Ardalionytsch sagte mir vor einer Stunde ...“