„Hippolyt Terentjeff,“ meldete sich als letzter mit ganz unerwartet kreischender Stimme der Schwindsüchtige. Alle setzten sich in einer Reihe auf die Stühle, gegenüber dem Fürsten; alle machten sie, nachdem sie ihre Namen genannt, finstere Gesichter und nahmen, gleichsam um sich zu ermutigen, die Mützen aus der einen Hand in die andere; alle bereiteten sich vor, zu sprechen, doch keiner machte den Anfang, und so schwiegen sie und erwarteten mit herausfordernden Mienen, was nun kommen werde, während ihre Blicke selbstbewußt zu sagen schienen: „Nein, Verehrtester, uns führt man nicht hinters Licht!“ Man fühlte gleichsam, daß sie, falls nur einer von ihnen den Mund auftun und mit einem Wort beginnen würde, sogleich alle Mann ihm in die Rede fallen und dann kreuz und quer durcheinander reden würden.

VIII.

„Ich habe keinen von Ihnen erwartet, meine Herren,“ begann der Fürst, „denn ich war bis heute krank. Doch Ihre Angelegenheit,“ wandte er sich an Burdowskij, „habe ich bereits vor einem Monat Herrn Gawrila Ardalionytsch Iwolgin anvertraut, wovon Sie durch mich noch an demselben Tage in Kenntnis gesetzt worden sind. Übrigens habe ich auch gegen eine persönliche Aussprache nichts einzuwenden, nur werden Sie doch wohl selbst einsehen, daß ... zu einer so späten Stunde ... Ich mache Ihnen den Vorschlag, wir ziehen uns in eines meiner Zimmer zurück, wenn es voraussichtlich nicht allzulange dauern wird ... Ich habe hier augenblicklich Besuch ...“

„Besuch ... das geht uns nichts an, aber Sie werden mir doch die Bemerkung gestatten,“ unterbrach ihn der Neffe Lebedeffs in äußerst belehrendem Ton, wenn auch nicht mit allzu erhobener Stimme, „die Bemerkung gestatten, daß Sie uns auch etwas höflicher behandeln könnten und uns nicht zwei Stunden lang in Ihrer Dienerstube warten lassen ...“

„Und natürlich ... auch ich ... das ist natürlich nach Fürstenart! Und das ... Sie sind also ein General! Ich bin aber nicht Ihr Diener! Auch ich ... ich ...“ begann plötzlich in unbeschreiblicher Erregung Antip Burdowskij zu stottern; seine Lippen und seine Stimme bebten, und bei jedem Wort spritzte Speichel aus seinem Munde, als wäre er im Begriff vor Wut zu bersten; doch ebenso plötzlich, wie er begonnen, hörte er auch wieder auf; was er aber hatte sagen wollen, das begriff kein einziger.

„Das war echt fürstlich!“ lachte höhnisch mit heiserer, gleichsam kreischender Stimme Hippolyt.

„Wenn man sich das mir gegenüber erlaubt hätte,“ brummte der Boxer, „ich meine, direkt mir gegenüber, so hätte ich als Mann von Ehre an Burdowskijs Stelle ... ich ... khm“ – er räusperte sich.

„Aber, auf Ehrenwort, meine Herren, ich habe es erst vor zwei Minuten erfahren, daß Sie da sind,“ versicherte der Fürst.

„Wir haben keine Furcht vor Ihren Freunden, Fürst, wer diese Freunde auch immer sein mögen, denn wir sind in unserem Recht,“ erklärte Lebedeffs Neffe.

„Was für ein Recht aber haben Sie? Erlauben Sie, daß ich Sie das frage,“ schrie wieder Hippolyt mit seiner heiseren Stimme, „was für ein Recht haben Sie, Burdowskijs Privatangelegenheit dem Urteil Ihrer Freunde zu unterbreiten? Woher wissen Sie, ob wir das Urteil Ihrer Freunde überhaupt hören wollen? Man kann sich ja denken, was das für ein Urteil sein wird!“