– Also hieß der Adelssproß –
Ein paar enge Stiefeletten
Seines Schweizer Professors.
Als er dann im fünften Jahre
Noch Millionen erben tat,
Wollt’ er nimmer das berappen,
Was man ihm gepumpt einst hat.“
Als Koljä zu Ende gelesen hatte, warf er das Blatt angeekelt auf den Tisch und eilte, das Gesicht mit den Händen bedeckend, in den nächsten Winkel, wo er die Stirn fest an die Wand preßte. Er schämte sich bis in sein Innerstes hinein, und seine kindlich reine Seele, die sich an solchen Schmutz noch nicht gewöhnt hatte, litt unsäglich. Es schien ihm, daß etwas Entsetzliches geschehen war, etwas, das alles Schöne und Gute zerstört hatte, und daß er selbst womöglich die Ursache dessen gewesen war, allein schon dadurch, daß er dieses Schändliche laut vorgelesen hatte.
Doch auch die anderen schienen fast alle Ähnliches zu empfinden.
Den jungen Mädchen war die Situation mehr als peinlich. Die Generalin bezwang mit aller Gewalt ihren Zorn und bereute vielleicht bitter, daß sie sich in diese Angelegenheit überhaupt hineingemischt hatte; jetzt schwieg sie. Der Fürst aber schämte sich, wie das mit zartfühlenden Menschen oft geschieht, dermaßen für die Verfasser dieses Artikels, daß er seine Gäste gar nicht anzusehen wagte. Ptizyn, Warjä, Ganjä und sogar Lebedeff schauten alle etwas verwirrt und betreten drein. Doch am sonderbarsten war wohl, daß auch Hippolyt und Burdowskij, der „Sohn Pawlischtscheffs“, erstaunt und gleichsam etwas erschrocken aussahen; und selbst der Neffe Lebedeffs schien offenbar mit irgend etwas unzufrieden zu sein. Nur der „Boxer“ saß wichtig und ruhig auf seinem Stuhl und drehte seinen Schnurrbart, den Blick ein wenig gesenkt – jedoch nicht etwa aus Verlegenheit gesenkt, sondern gleichsam aus Bescheidenheit infolge gar zu offenkundigen Triumphes. Jedenfalls war aus allem zu ersehen, daß der Artikel ihm sehr gefallen hatte.