„Oh, ich bin gern bereit, fortzufahren,“ sagte Jewgenij Pawlowitsch lächelnd. „Alles, was ich hier von Ihren Kameraden gehört habe, Herr Terentjeff, und was Sie soeben selbst mit unstreitigem Beobachtungstalent vorgebracht haben, ist meiner Meinung nach im Resultat nichts anderes, als in erster Linie und ganz abgesehen von allem anderen und sogar mit Ausschluß alles anderen die Theorie des Triumphes dessen, was Sie ‚Recht‘ nennen, und das vielleicht sogar ohne jede nähere Untersuchung, worin denn dieses Recht überhaupt besteht. Oder irre ich mich vielleicht?“
„Natürlich irren Sie sich, ich verstehe Sie sogar nicht einmal ... weiter?“
Im Hintergrund hörte man Lebedeffs Neffen halblaut irgend etwas sprechen.
„Weiter? – oh, so gut wie nichts,“ fuhr Jewgenij Pawlowitsch fort, „ich will nur bemerken, daß man von diesem Standpunkt sehr leicht auf den des Rechtes der Kraft überhaupt überspringen kann, ich meine, auf das Recht der einzelnen Faust und des jeweiligen willkürlichen Wunsches des einzelnen, womit es ja übrigens auch stets in der Welt geendet hat. Ist doch auch Proudhon zur Theorie des Rechtes der Kraft gelangt. Und zur Zeit der Negerbefreiung in Amerika haben sich ja sogar viele der angesehensten Liberalen für die Plantagenbesitzer erklärt, mit der Begründung, daß die Neger eben Neger seien und niedriger als die Menschen der weißen Rasse ständen, und folglich hätten die Weißen das Recht, die Neger als Sklaven zu behandeln ...“
„Nun?“
„Sie haben also gegen das Recht der Kraft nichts einzuwenden, Sie haben nichts dawider?“
„Weiter?“
„Sie sind mir mal konsequent! Ich wollte nur bemerken, daß es von dem Recht der Kraft bis zum Recht der Tiger und Krokodile und sogar dem der Gorsky und Daniloffs nicht weit ist.“
„Ich weiß nicht, weiter?“
Hippolyt hörte kaum darauf, was Jewgenij Pawlowitsch sprach, und auch das „nun“ und „weiter“ schien er nicht aus Interesse für das Weitere zu sagen, sondern einfach, weil es ihm zur Gewohnheit geworden war, einen jeden, der ihm von der Welt draußen an seinem Krankenlager erzählte, mit „nun“ und „weiter“ zum Weitererzählen zu drängen.