Doch die Überraschungen dieses Abends waren damit noch nicht zu Ende.

Lisaweta Prokofjewna war kaum von der Treppe auf den Fahrweg getreten, der sich durch den Park schlängelte, als plötzlich ein entzückendes Gespann, eine offene Kalesche, vor der zwei prächtige Schimmel elegant ausgriffen, in schnellem Tempo an der Villa des Fürsten vorüberfuhr. Im Fond des Wagens saßen zwei reich gekleidete Damen. Doch plötzlich, kaum waren sie zehn Schritte an der Terrasse vorübergefahren, hielt der Wagen; die eine der Damen wandte sich hastig zurück, als hätte sie einen Bekannten erblickt, mit dem sie unbedingt ein paar Worte wechseln mußte.

„Jewgenij Pawlowitsch! Bist du’s?“ ertönte plötzlich eine helle, wundervolle Stimme, die den Fürsten zusammenzucken machte, und vielleicht nicht nur den Fürsten allein. „Nein, bin ich froh, daß ich dich endlich gefunden habe! Ich habe doch einen Boten zu dir in die Stadt geschickt; zwei! Den ganzen Tag wirst du gesucht!“

Jewgenij Pawlowitsch stand wie vom Schlage gerührt auf der Treppenstufe. Auch Lisaweta Prokofjewna war stehen geblieben, doch nicht vor Schreck und Verwunderung wie Jewgenij Pawlowitsch: sie blickte die geputzte Dame mit derselben kalten Verachtung an, mit der sie vor fünf Minuten die „Leutchen“ betrachtet hatte.

„Freue dich!“ fuhr die helle Stimme fort. „Rogoshin hat deine Wechsel aufgekauft, von Kupfer, für dreißigtausend, ich habe ihn darum gebeten. Jetzt kannst du noch drei Monate lang ruhig sein! Und mit Biskup und dem ganzen anderen Wuchererpack werden wir es auch noch arrangieren, aus alter Bekanntschaft! Na, wie du siehst, alles geht gut! Kannst dich freuen! Auf Wiedersehen morgen!“

Die Pferde zogen an und griffen aus, der Wagen verschwand ebenso schnell, wie er aufgetaucht war.

„Ist sie wahnsinnig!“ stieß endlich Jewgenij Pawlowitsch hervor, bis über die Stirn errötend vor Unwillen, und verständnislos blickte er sich im Kreise um. „Ich habe keine Ahnung von dem, was sie da sprach! Was sind das für Wechsel? Wer ist sie überhaupt?“

Doch Lisaweta Prokofjewna sah ihn immer noch unbeweglich an: zwei Sekunden lang ruhten ihre Blicke ineinander; dann wandte sie sich plötzlich stolz ab und begab sich zu ihrer Villa. Die anderen folgten ihr.

Nach einer Minute kehrte Jewgenij Pawlowitsch in höchster Erregung zum Fürsten auf die Terrasse zurück.

„Fürst, sagen Sie mir die Wahrheit, wissen Sie nicht, was das zu bedeuten hat?“