„Zu welchem Zweck? Was stand im Brief? Zeig’ ihn mir!“

Lisaweta Prokofjewnas Augen glühten, sie zitterte beinahe vor Ungeduld.

„Ich habe den Brief nicht,“ sagte der Fürst verwundert, und ihm ward entsetzlich angst und bange zumute; „wenn er noch existiert und ganz ist, so befindet er sich im Besitze Aglaja Iwanownas.“

„Mach’ keine Flausen! Was hast du in diesem Brief geschrieben?“

„Ich mache durchaus keine Flausen und ich brauche mich vor nichts zu fürchten. Nur kann ich durchaus keinen Grund sehen, weshalb ich nicht hätte schreiben sollen ...“

„Schweig! Später kannst du reden. Was stand in dem Brief? Weshalb bist du rot geworden?“

Der Fürst dachte eine Weile nach.

„Ich kenne Ihre Gedanken nicht, Lisaweta Prokofjewna. Ich sehe nur, daß dieser Brief Ihnen sehr mißfällt. Sie werden aber doch einsehen, daß ich mich sehr wohl weigern könnte, auf diese Frage zu antworten. Doch um Ihnen zu beweisen, daß ich nichts fürchte und durchaus nicht bereue, den Brief geschrieben zu haben, und auch keineswegs deshalb erröte,“ – der Fürst wurde fast noch einmal so rot – „werde ich Ihnen Wort für Wort den ganzen Brief hersagen, – ich glaube, daß ich den Inhalt behalten habe.“

Und der Fürst sagte tatsächlich aus dem Gedächtnis den ganzen Wortlaut des Briefes her.

„Solch ein Blödsinn! Was soll denn das alles bedeuten, deiner Meinung nach?“ fragte Lisaweta Prokofjewna schroff, nachdem sie ungeheuer aufmerksam die Wiedergabe des Briefes angehört hatte.