„Bitte. Das ist sogar von großer Wichtigkeit ... Und diese Ihre Bereitwilligkeit gefällt mir sehr, Fürst, Sie sind wirklich ein sehr lieber Mensch.“
„Was für wundervolle Schreibutensilien Sie hier haben, wieviel Bleistifte, wieviel Federn, welch ein dickes, schönes Papier ... Und überhaupt haben Sie ein prachtvolles Arbeitskabinett. Diese Landschaft hier kenne ich: sie ist – aus der Schweiz. Der Künstler hat sicher nach der Natur gemalt. Ich glaube sogar, diesen Ort gesehen zu haben – im Kanton Uri ...“
„Das ist leicht möglich, obschon das Gemälde hier gekauft ist. Ganjä, gib dem Fürsten ein Blatt Papier; hier sind Federn und Tinte, schreiben Sie hier auf dieser Unterlage, bitte. – Was ist das?“ wandte sich der General an Ganjä, der seinem Portefeuille eine Photographie in großem Format entnahm und dem General überreichte. „Ah! Nastassja Filippowna! Hat sie dir die selbst, wirklich selbst geschickt?“ fragte er lebhaft und mit großem Interesse.
„Soeben, als ich zur Gratulation bei ihr war, gab sie sie mir. Ich hatte sie schon vor längerer Zeit darum gebeten. Nur weiß ich nicht, ob das vielleicht nicht eine Anspielung sein soll, weil ich mit leeren Händen kam, ohne Geschenk – an einem solchen Tage?“ fügte Ganjä mit einem unangenehmen Lächeln hinzu.
„Nein, nein,“ meinte der General überzeugt. „Wie bist du nur wieder auf diesen Gedanken gekommen? Sie sollte solche Anspielungen machen! Sie ist ja doch gar nicht eigennützig. Und dann: womit solltest du ihr Geschenke machen? Dazu braucht man doch Tausende! Es sei denn, daß du ihr dein Bild schenktest. Wie, hat sie dich denn noch nicht um deine Photographie gebeten?“
„Nein, bis jetzt noch nicht. Vielleicht wird sie es auch nie tun. Sie haben doch den heutigen Abend nicht vergessen, Iwan Fedorowitsch? Sie sind ja einer der ausdrücklich Geladenen.“
„Gewiß, gewiß, weiß ich’s und ich werde auch unfehlbar erscheinen. Das fehlte noch, an ihrem Geburtstage! – und noch dazu am fünfundzwanzigsten! ... Hm! Aber weißt du, Ganjä, ich werde dir – mag es denn so sein – etwas mitteilen. Bereite dich vor: sie hat Afanassij Iwanowitsch und mir versprochen, daß sie heute abend ihr letztes Wort sagen werde: Ja oder nein. So bereite dich jetzt mal darauf vor, vergiß es nicht!“
Ganjä geriet plötzlich dermaßen in Verwirrung, daß er sogar ein wenig erblaßte.
„Hat sie das wirklich gesagt?“ fragte er, und seine Stimme war unsicher.
„Vorgestern. Sie gab uns schließlich ihr Wort. Wir bedrängten sie beide so lange, bis sie es endlich versprach. Nur bat sie uns, es dir bis zum letzten Augenblick nicht zu sagen.“