„Ja.“

„Schwöre mir, daß du nicht deshalb gekommen bist, um jene zu heiraten.“

„Ich schwöre es!“

„Ich glaube dir; komm, gib mir einen Kuß. So, endlich kann man freier aufatmen. Doch wisse: Aglaja liebt dich nicht, richte dich danach, und solange ich lebe, wird sie nicht die Deine werden! Hast du gehört?“

„Ich habe gehört.“

Der Fürst errötete dermaßen, daß er Lisaweta Prokofjewna überhaupt nicht anzusehen wagte.

„Merk’ dir’s. Ich habe dich wie die Vorsehung selbst erwartet – bist es natürlich nicht wert gewesen! Ich habe mein Kissen in jeder Nacht mit Tränen benetzt – nicht deinetwegen, mein Täubchen, beunruhige dich nicht, ich habe noch ein ganz anderes, mein eigenes Leid, ewig ein und dasselbe. Nein, da gab es einen anderen Grund, weshalb ich dich mit einer solchen Ungeduld erwartete: ich glaube immer noch, daß dich Gott der Herr selbst zu mir gesandt hat, als Freund und leiblichen Bruder. Ich habe doch keine Menschenseele außer der alten Bjelokonskaja, aber auch die ist jetzt fortgeflogen, und außerdem ist sie vor Alter auch noch dumm geworden. Jetzt antworte mir einfach ja oder nein: Weißt du, weshalb sie an jenem Abend Jewgenij Pawlowitsch das zurief?“

„Ich gebe Ihnen mein Ehrenwort, daß ich weder daran irgendwie beteiligt bin, noch sonst etwas von ihren Beweggründen weiß.“

„Genug, ich glaube es dir. Jetzt denke ich auch anders darüber, aber gestern noch, gestern morgen noch beschuldigte ich in allem Jewgenij Pawlowitsch. Die ganzen ersten vierundzwanzig Stunden bis gestern morgen, den Morgen noch mitgerechnet. Jetzt muß ich den anderen natürlich beistimmen: es liegt ja doch auf der Hand, daß man ihn hier aus irgendeinem Grunde und zu irgendeinem Zweck zum Narren gehabt hat. Das allein ist schon verdächtig! – und kann auch nichts Gutes verheißen! Aber Aglaja bekommt er doch nicht, das sage ich dir! Mag er hundertmal ein guter Mensch sein, aber dabei bleibt es. Früher war ich noch unschlüssig, aber jetzt steht es fest: ‚Legt mich zuerst in den Sarg und begrabt mich, dann könnt ihr sie verheiraten!‘ – sieh, das habe ich heute in kurzen Worten Iwan Fedorowitsch erklärt. Siehst du jetzt, daß ich dir vertraue, siehst du es?“

„Ich sehe es und verstehe es.“