Lisaweta Prokofjewna blickte den Fürsten durchdringend an: vielleicht wollte sie gar zu gern erfahren, welch einen Eindruck diese Mitteilung betreffs Jewgenij Pawlowitsch auf ihn gemacht hatte.

„Von Gawrila Iwolgin weißt du nichts?“

„Doch ... ich weiß sehr vieles.“

„Weißt du oder weißt du es noch nicht, daß er mit Aglaja korrespondiert?“

„Nein, davon wußte ich noch nichts!“ Der Fürst war im ersten Augenblick sogar ein wenig zusammengezuckt. „Wie, Sie sagen, Gawrila Ardalionytsch korrespondiere mit Aglaja Iwanowna? Unmöglich!“

„Erst seit kurzem. Hier hat die Schwester ihm den ganzen Winter den Weg gebahnt, wie eine Ratte hat sie gearbeitet und genagt.“

„Ich glaube es nicht,“ sagte der Fürst überzeugt nach kurzem Nachdenken, und seine Aufregung legte sich. „Wenn es wahr wäre, würde ich es bestimmt gewußt haben.“

„Du glaubst wohl, daß er dann zu dir gekommen wäre, um an deiner Brust unter Tränen sein Herz auszuschütten! Du bist mir mal eine heilige Unschuld! Alle betrügen dich doch wie ... wie ... Und du schämst dich gar nicht, ihm dein Vertrauen zu schenken? Siehst du denn wirklich nicht, daß er dich wie einen dummen Jungen betrogen hat?“

„Ich weiß es, daß er mich bisweilen betrügt,“ gab der Fürst wider Willen halblaut zu, „und er weiß, daß ich es weiß ...“ fügte er noch hinzu.

„Wissen, daß man betrogen wird, und dabei doch vertrauen! Das fehlte gerade noch! Übrigens, von dir war auch nichts anderes zu erwarten. Worüber wundere ich mich noch? Großer Gott! Hat man jemals solch einen Menschen gesehen! Pfui! Aber weißt du auch, daß dieser Ganjka oder diese Warjka sie mit Nastassja Filippowna in Beziehungen gebracht haben?“