„Wen?!“ stieß der Fürst entsetzt hervor.

„Aglaja.“

„Das glaube ich nicht! Das kann nicht sein! Zu welchem Zweck denn eigentlich?“

Er sprang vom Stuhle auf.

„Auch ich glaube nicht daran, obwohl es Beweise dafür gibt. Sie ist doch ein eigenwilliges Mädchen, ein phantastisches Mädchen, ein verrücktes Mädchen! Und böse, böse, böse ist sie! Tausend Jahre werde ich behaupten, daß sie böse ist! Alle sind sie jetzt bei mir so, selbst diese Alexandra, dieses begossene Huhn, – doch die ist mir schon entwachsen. Aber auch ich glaube noch nicht daran! Vielleicht weil ich nicht glauben will,“ fügte sie wie zu sich selbst hinzu. „Weshalb bist du nicht gekommen?“ wandte sie sich plötzlich wieder an den Fürsten. „Weshalb bist du in diesen drei Tagen nicht zu uns gekommen?“ wiederholte sie in höchster Ungeduld ihre Frage.

Der Fürst begann seine Gründe aufzuzählen, doch sie unterbrach ihn wieder.

„Alle halten sie dich für dumm und betrügen dich, daß man es nicht mit ansehen kann! Du bist gestern in der Stadt gewesen, – ich könnte wetten, daß du diesen Spitzbuben auf den Knien gebeten hast, die zehntausend Rubel anzunehmen!“

„Durchaus nicht, ich habe nicht einmal daran gedacht. Ich habe ihn überhaupt nicht gesehen ... und außerdem ist er kein Spitzbube. Ich habe von ihm einen Brief erhalten.“

„Zeig’ ihn her!“

Der Fürst zog seine Brieftasche hervor, entnahm ihr den Brief und reichte ihn ihr. Lisaweta Prokofjewna las folgendes: