Plötzlich umarmte er den Fürsten.

„Sie glauben vielleicht, daß ich nicht mehr bei Sinnen bin?“ fragte er ihn, und sah ihn sonderbar lächelnd an.

„Nein, aber Sie ...“

„Sofort, sofort, schweigen Sie; sprechen Sie nicht; stehen Sie still ... ich möchte in Ihre Augen sehen. Still ... ich möchte Sie ansehen. Ich werde mich vom ‚Menschen‘ verabschieden.“

Er stand und sah den Fürsten ungefähr zehn Sekunden schweigend an; er war sehr blaß, an den Schläfen trat Schweiß hervor; er griff so sonderbar nach der Hand des Fürsten, und es schien, als fürchte er, sie loszulassen.

„Hippolyt, Hippolyt, was fehlt Ihnen?“ schrie der Fürst auf.

„Sofort ... sofort ... genug, ich gehe. Ich trinke nur noch einen Schluck auf das Wohl der Sonne ... Ich will, ich will, lassen Sie!“

Er griff schnell nach dem Champagnerglas auf dem Tisch und schritt mit demselben zum Ausgang der Terrasse. Der Fürst wollte ihm nachlaufen, doch trat in diesem Augenblick gerade Jewgenij Pawlowitsch auf ihn zu, um sich von ihm zu verabschieden. Es verging eine Sekunde, und plötzlich erhob sich ein allgemeines Geschrei auf der Terrasse, dem eine allgemeine Bestürzung und Verwirrung folgte.

Es geschah folgendes:

Hippolyt ging bis zur obersten Stufe der Terrasse, mit der linken Hand hielt er das Glas, mit der rechten griff er in seine rechte Seitentasche. Keller behauptete nachher, daß Hippolyt schon vorher immer seine Hand in dieser rechten Seitentasche gehalten habe, und daß es ihm schon damals verdächtig vorgekommen sei. Wenigstens hatte ihn eine innere Unruhe getrieben, Hippolyt zu folgen. Doch wäre auch er zu spät gekommen. Er sah nur plötzlich, wie in der rechten Hand Hippolyts etwas aufblitzte und wie in demselben Augenblick der Lauf einer kleinen Pistole Hippolyts Schläfe berührte. Keller griff mit der Hand danach, doch hatte Hippolyt bereits den Hahn abgedrückt. Man hörte das kurze Knacken des Hahnes – doch kein Schuß erfolgte. Hippolyt fiel rücklings in Kellers Arme und schien wie leblos: vielleicht hielt er sich selbst für erschossen. Keller bemächtigte sich der Pistole. Hippolyt schob man einen Stuhl unter, und alles drängte sich zu ihm, alle schrien, sprachen durcheinander. Alle hatten sie das Knacken des Hahnes gehört und sahen den Menschen unverletzt und lebendig vor sich. Hippolyt schien immer noch nicht zu begreifen, was mit ihm vorgegangen war, er sah alle geistesabwesend an. In diesem Augenblicke stürzten Lebedeff und Koljä auf die Terrasse.