„Hat sie versagt?“ fragten die einen.
„Vielleicht war sie gar nicht geladen?“ die anderen.
„Geladen ist sie!“ bemerkte Keller, der die Pistole untersuchte „Aber ...“
„Also hat sie versagt?“
„Das Zündhütchen fehlt.“
Die Szene, die daraus folgte, ist schwer wiederzugeben. Der Schrecken aller verwandelte sich schnell in ein schallendes Gelächter. Einige darunter lachten aus vollem Halse voll boshafter Schadenfreude. Hippolyt überfiel ein hysterischer Weinkrampf, er rang die Hände, stürzte sich auf alle und jeden, sogar auf Ferdyschtschenko, packte ihn an beiden Schultern und schwor ihm, daß er es vergessen, rein zufällig vergessen habe, das Zündhütchen hineinzulegen, daß sie sich alle in seiner Westentasche befänden, zehn an der Zahl. Er zeigte sie allen – er habe sie nämlich nicht früher hineinlegen wollen, damit seine Pistole in der Tasche nicht von selbst losgehe: und nun habe er es ganz vergessen. Er stürzte zum Fürsten, zu Jewgenij Pawlowitsch, flehte Keller an, ihm die Pistole zurückzugeben, damit er „seine Ehre, seine Ehre, die er jetzt auf ewig verloren“, wieder erhalten könne ...
Er fiel zuletzt bewußtlos hin. Man trug ihn in das Kabinett des Fürsten, und Lebedeff schickte sofort zum Arzt, während er mit seiner Tochter, dem General und Antip Burdowskij am Bett des Kranken blieb. Als man den bewußtlosen Hippolyt hinausgetragen hatte, stellte sich Keller mitten auf der Terrasse hin und verkündete allen Anwesenden mit lauter Stimme und jedes Wort betonend, wie in höherer Begeisterung:
„Meine Herren, wenn es noch jemand von Ihnen wagen sollte, laut in meiner Gegenwart zu behaupten, daß das Zündhütchen mit Absicht vergessen worden war, und daß dieser unglückliche junge Mann nur eine Komödie gespielt habe – so wird derjenige es mit mir zu tun haben.“
Doch keiner antwortete ihm. Die Gäste beeilten sich, fortzukommen. Ptizyn, Ganjä und Rogoshin verließen zusammen die Datsche.
Der Fürst war sehr erstaunt, daß Jewgenij Pawlowitsch seine Absicht, sich mit ihm auszusprechen, aufgegeben hatte.