„Sie hatten mir doch noch etwas sagen wollen?“ fragte er ihn.

„Allerdings,“ sagte Jewgenij Pawlowitsch und setzte sich auf einen Stuhl neben den Fürsten, „doch jetzt habe ich mein Vorhaben aufgeschoben. Ich gestehe, daß ich vom Geschehenen noch zu aufgeregt bin, und Sie sind es auch. Meine Gedanken sind ganz verwirrt, und da mein Vorhaben für Sie wie für mich von zu großer Bedeutung ist, so möchte ich die Aussprache noch aufschieben. Sehen Sie, Fürst, ich möchte einmal im Leben eine wirklich aufrichtige Tat vollführen, eine Tat ohne alle Hintergedanken. In diesem Augenblick, denke ich, bin ich zu dieser ehrlichen Tat nicht fähig, und Sie ... sind es vielleicht ... auch ... nicht, wir wollen nächstens davon sprechen. Die Sache wird vielleicht auch noch an Klarheit gewinnen, für Sie wie für mich, wenn wir sie auf die drei Tage aufschieben, die ich noch in Petersburg verbringen muß.“

Er erhob sich vom Stuhl. Dem Fürsten schien es, daß Jewgenij Pawlowitsch sich gereizt und unzufrieden fühlte und ihn feindlich ansah: in seinem Blick lag etwas, was er zuvor nicht bemerkt hatte.

„Sie müssen übrigens jetzt zum Kranken.“

„Ja ... ich fürchte.“

„Fürchten Sie nichts; er wird noch sechs Wochen leben und vielleicht noch länger; hier wird es ihm sehr gefallen. Doch jagen Sie ihn besser morgen hinaus.“

„Vielleicht hat es ihn gereizt, daß ich schwieg, vielleicht dachte er, ich zweifelte an seinem Entschluß, sich zu erschießen? Was glauben Sie, Jewgenij Pawlowitsch?“

„Nein, nein. – Es ist viel zu viel Güte von Ihnen, daß Sie sich darüber Sorgen machen. Ich habe davon gehört, doch hätte ich es in Wirklichkeit nie für möglich gehalten, daß Menschen sich erschießen, damit man sie lobt, oder aus Wut, weil man sie nicht lobt. Nein, das hätte ich nie für möglich gehalten! Sie jagen ihn morgen hinaus, nicht?“

„Sie denken, er wird doch noch Selbstmord verüben?“

„Nein, das wird er nicht mehr tun. Doch hüten Sie sich vor dieser Sorte. Ich wiederhole es: Das Verbrechen ist die einzige Zuflucht der talentlosen, ungeduldigen und gierigen Unbedeutendheit. Sie werden sehen, ob dieser Mensch nicht fähig sein wird, zehn Seelen umzubringen, nur um eine ‚Tat‘ zu vollbringen, wie er das doch vorhin in seiner Niederschrift bekannte. Diese Bemerkung von ihm wird mich jetzt nicht mehr schlafen lassen.“