„Ich habe durchaus nicht die Absicht, mit Ihnen zu scherzen, Lew Nikolajewitsch. Mit Hippolyt werde ich persönlich reden, und ich bitte Sie, ihm das mitzuteilen. Von Ihnen aber finde ich es sehr häßlich, eine Menschenseele so zu beurteilen, so zerlegend, wie Sie soeben Hippolyt beurteilt haben. Sie haben kein Zartgefühl: was Sie sagen, das ist nichts als Wahrheit, und schon deshalb ist es ungerecht.“

Der Fürst dachte nach.

„Ich glaube, Sie sind ungerecht gegen mich,“ sagte er. „Ich sehe doch nichts Schlechtes darin, daß er so gedacht hat, denn alle sind doch zu solchen Gedanken geneigt! Oh, und wie das! Zudem hat er es vielleicht nicht einmal gedacht, sondern nur unbewußt so gewollt ... er wollte zum letztenmal mit Menschen zusammenkommen, ihre Achtung und Liebe erwerben – das sind doch alles sehr gute Beweggründe, nur ist hier alles gewissermaßen nicht so herausgekommen, wie er es sich gedacht hat. Es ist eben die Krankheit ... und dann noch etwas. Bekanntlich kommt bei den einen immer alles gut heraus, und bei den anderen immer alles schlecht ...“

„Sie haben das wohl in bezug auf sich hinzugefügt?“ fragte Aglaja.

„Ja, in bezug auf mich,“ antwortete der Fürst, ohne auch nur im geringsten ihren Spott aus der Frage herauszuhören.

„Nur wäre ich an Ihrer Stelle doch nicht eingeschlafen; wohin Sie nur kommen – überall schlafen Sie sogleich ein; das ist sehr wenig schön von Ihnen.“

„Aber ich habe doch die ganze Nacht nicht geschlafen, und dann ging ich hier umher, ging zur Musik ...“

„Zu was für einer Musik?“

„Ich ging dorthin, wo gestern die Musik spielte, und dann kam ich hierher, setzte mich, begann nachzudenken, und dachte so lange nach, bis ich einschlief.“

„Ah, also so war es! Das ändert die Sache ein wenig zu Ihrem Vorteil ... Aber wozu gingen Sie zum Kurhaus?“