„Ich weiß es nicht, so ...“

„Gut, gut, davon später; Sie unterbrechen mich immer ... und was geht es mich an, wo Sie gewesen sind! Von welch einer anderen hat Ihnen geträumt?“

„Das ... das war ... Sie haben sie gesehen ...“

„Ich verstehe, verstehe sehr gut. Sie müssen sie sehr ... Wie erschien sie Ihnen im Traum, in welcher Gestalt? Übrigens geht mich das nichts an, ich will nichts davon wissen,“ brach sie plötzlich ärgerlich ab. „Unterbrechen Sie mich nicht ...“

Sie wartete eine Weile, wie um neuen Mut zu sammeln oder ihren Ärger zuerst zu überwinden.

„Ich will Ihnen sagen, weshalb ich Sie hierhergerufen habe: ich will Ihnen den Vorschlag machen, mein Freund zu werden. Was sehen Sie mich plötzlich so an?“ fragte sie fast zornig.

Der Fürst sah sie in diesem Augenblick allerdings sehr scharf und forschend an, und es fiel ihm auf, daß sie wieder stark zu erröten begann. In solchen Fällen, das heißt wenn sie errötete, ärgerte sie sich unsäglich über sich selbst, was ihre Augen nur zu deutlich verrieten. In der Regel begann sie aber dann schon im nächsten Augenblick ihren Zorn auf denjenigen zu übertragen, mit dem sie sich gerade unterhielt, gleichviel ob dieser nun schuldig oder unschuldig war, und brach dann gewöhnlich einen Streit vom Zaun. Deshalb ließ sie sich auch verhältnismäßig nur selten auf Gespräche ein, und war, da sie ihre scheue Schamhaftigkeit kannte, bisweilen sogar allzu schweigsam. Mußte sie jedoch in kitzlichen Fällen, wie es zum Beispiel dieser hier war, notgedrungen sprechen, so verschanzte sie sich hinter anscheinend unnahbarem Hochmut und begann das Gespräch geradezu mit alles verachtender Herausforderung. Sie fühlte es stets im voraus, wann sie erröten würde.

„Sie wollen das Anerbieten vielleicht ablehnen?“ fragte sie ihn stolz und fast von oben herab.

„O nein, gewiß nicht, nur ist das doch gar nicht nötig ... ich ... ich habe gar nicht gedacht, daß man hier noch Anerbietungen machen muß,“ sagte der Fürst verwirrt.

„So, was haben Sie dann gedacht! Wozu hätte ich Sie denn sonst herrufen sollen? Was haben Sie eigentlich im Sinn? Oder halten Sie mich auch für ein kleines Gänschen, wie es zu Hause alle tun?“