„Vortrefflich, Fürst!“ sagte Aglaja, die plötzlich in den Saal trat. „Ich danke Ihnen von ganzem Herzen, daß Sie auch mich für unfähig gehalten haben, mich zur Lüge zu erniedrigen. Genügt Ihnen diese Erklärung, Mama, oder beabsichtigen Sie, noch weiter zu fragen?“

„Du weißt, daß ich vor dir noch niemals zu erröten gebraucht habe, wenn du es vielleicht auch gern sehen würdest,“ antwortete Lisaweta Prokofjewna zurechtweisend. „Leben Sie wohl, Fürst, und verzeihen Sie mir, daß ich Sie beunruhigt habe. Ich hoffe, daß Sie von meiner unveränderlichen Hochachtung für Sie überzeugt bleiben werden.“

Der Fürst verbeugte sich sogleich nach beiden Seiten und verließ schweigend den Saal. Alexandra und Adelaida lächelten und flüsterten ein paar Worte unter sich. Die Generalin maß sie beide mit strengem Blick.

„Wir lachen ja nur darüber, Mama,“ sagte Adelaida auflachend, „daß der Fürst sich so wundervoll verbeugt hat; mitunter tut er es wie ein Sack, und nun auf einmal wie ... wie Jewgenij Pawlowitsch!“

„Zartgefühl und Würde lehrt das eigene Herz und nicht der Tanzmeister,“ bemerkte Lisaweta Prokofjewna und sie rauschte hinaus, ohne Aglaja auch nur mit einem Blick zu streifen. Sie begab sich in ihr Zimmer, das im oberen Stockwerk lag.

Als der Fürst nach Hause kam – es war mittlerweile fast schon neun geworden -, traf er auf der Terrasse Wjera Lukjanowna und die Stubenmagd beim Aufräumen an, und das war nach der letzten Nacht auch dringend nötig.

„Gott sei Dank, wir sind gerade fertig geworden!“ sagte Wjera erfreut.

„Guten Morgen! Mein Kopf geht mir ein wenig in die Runde, ich habe schlecht geschlafen und würde es jetzt gern nachholen.“

„Wollen Sie nicht wieder auf der Terrasse schlafen, so wie gestern? Gut, ich werde allen sagen, daß man Sie nicht wecken soll. Papa ist irgendwohin gegangen.“

Die Magd ging hinaus, Wjera wollte ihr folgen, doch plötzlich kehrte sie zurück und näherte sich mit besorgter Miene dem Fürsten.