„Fürst, haben Sie Mitleid mit diesem ... Unglücklichen, jagen Sie ihn heute nicht fort.“

„Ich denke nicht daran, er soll so lange bleiben wie er will.“

„Er wird jetzt nichts tun und ... seien Sie nicht streng gegen ihn.“

„O nein, weshalb sollte ich?“

„Und ... lachen Sie nicht über ihn, das ist das Wichtigste.“

„Oh, das fällt mir gar nicht ein!“

„Ach, ich bin dumm, daß ich das einem Menschen, wie Ihnen, auch noch sage!“ sagte Wjera errötend. „Übrigens wenn Sie auch noch müde sind,“ lachte sie, bereits halb abgewandt, um hinauszugehen, „so haben Sie jetzt doch so prächtige Augen ... so glückliche Augen.“

„Ja? In der Tat glückliche?“ fragte der Fürst lebhaft und lachte gleichfalls erfreut.

Doch Wjera, die sonst wie ein Knabe harmlos und unbefangen war, geriet plötzlich aus irgendeinem Grunde in Verwirrung, errötete noch mehr und zog sich, immer noch lachend, schnell zurück.

„Was für ein ... liebes Ding ...“ dachte der Fürst, vergaß sie aber schon im nächsten Augenblick. Er setzte sich auf die Chaiselongue an der Rückwand der Terrasse, bedeckte das Gesicht mit den Händen und verharrte in dieser Stellung wohl zehn Minuten; plötzlich griff er schnell und erregt in die Rocktasche und zog die drei Briefe hervor. In diesem Augenblick öffnete sich die Tür und Koljä trat ein. Der Fürst schien gleichsam erfreut darüber, daß er die Briefe in die Tasche zurückschieben mußte und so der Augenblick des Lesens ein wenig hinausgeschoben wurde.