„Ich, Kostjä Lebedeff und Burdowskij. Keller blieb nur kurze Zeit bei ihm, dann ging er zu Lebedeff schlafen, bei uns war kein Platz. Ferdyschtschenko schlief gleichfalls bei Lebedeff, der ging um sieben. Der General schläft ja stets bei Lebedeff, jetzt ist er auch schon fortgegangen ... Lebedeff wird vielleicht bald zu Ihnen kommen, er suchte Sie, fragte zweimal nach Ihnen, – ich weiß nicht, was er vor hat. Soll man ihn hereinlassen oder nicht, wenn Sie sich jetzt hinlegen? Ich gehe gleichfalls schlafen. Ach, ja, das muß ich Ihnen doch noch sagen: der General hat mich vorhin überaus in Erstaunen gesetzt. Burdowskij weckte mich vor sieben, oder vielmehr fast schon um sechs; ich ging auf einen Augenblick aus dem Zimmer – da kommt mir der General entgegen, und zwar noch so berauscht, daß er mich kaum erkannte, und bleibt wie ein Pfosten vor mir stehen, bis er dann ganz plötzlich zu sich kam. ‚Was macht der Kranke?‘ fragte er. ‚Ich wollte nach dem Kranken sehn ...‘ Ich rapportierte, nun, soundso. ‚Das ist gut,‘ meinte er, ‚aber ich kam hauptsächlich – deshalb stand ich auch auf –, um dich zu warnen: ich habe Grund, anzunehmen, daß man in Herrn Ferdyschtschenkos Gegenwart nicht alles reden darf und ... die Taschen zuknöpfen muß.‘ Begreifen Sie, Fürst, was das bedeuten soll?“

„Ist’s möglich? Übrigens ... wir haben nichts auf dem Gewissen, uns kann das gleichgültig sein.“

„Versteht sich, wir sind keine Verschwörer! Aber ich wunderte mich wirklich, daß mein General deshalb in der Nacht aufsteht und mich weckt.“

„Ferdyschtschenko ist fortgegangen, sagen Sie?“

„Ja, er ging schon um sieben, kam aber noch im Vorübergehen zu mir: ich wachte bei Hippolyt. Er sagte nur, er gehe zu Wilkin, um weiter zu schlafen, – hier gibt’s nämlich so einen gewissen Trunkenbold Wilkin. Na, jetzt gehe ich. Ah! Da ist ja auch schon Lebedeff ... Der Fürst will schlafen, Lukjan Timofeïtsch, also linksum kehrt!“

„Nur auf eine Sekunde, hochverehrter Fürst, in einer gewissen, meiner Ansicht nach, höchst bedeutsamen Angelegenheit,“ begann eintretend Lebedeff in einem gezwungenen und von Ernst durchdrungenen Tone nicht gerade laut, und verbeugte sich würdevoll.

Er war soeben erst zurückgekehrt und ohne in seine Wohnung zu gehen, beim Fürsten eingetreten, weshalb er denn auch den Hut noch in der Hand hielt. In seinem Gesicht drückte sich Besorgnis aus, sowie ein gewisser Schimmer von Selbstbewußtsein. Der Fürst bat ihn, Platz zu nehmen.

„Sie haben zweimal nach mir gefragt? Beunruhigen Sie sich wegen des gestrigen Vorfalls?“

„Wegen jenes Knaben, meinen Sie, Fürst? O nein. Gestern befanden sich meine Gedanken in nicht ganz klarem Zustande ... heute jedoch beabsichtige ich nicht, Ihnen, gleichviel worin es sei, zu konterkarieren.“

„Zu konterka... wie sagten Sie?“