„Ich kam ... ich kam zu Ihnen ... jetzt ...“
„Wissen Sie auch, wieviel die Uhr ist?“
„N–nein ...“
„Halb eins. Wir gehen gewöhnlich um eins schlafen.“
„Ach, und ich dachte, es wäre erst ... halb zehn.“
„Na, tut nichts,“ lachte Alexandra. „Aber warum sind Sie heute abend nicht zu uns gekommen? Vielleicht wurden Sie erwartet.“
„Ich ... dachte ...“ murmelte der Fürst, im Begriff fortzugehen.
„Auf Wiedersehen!“ lachte Alexandra. „Morgen will ich aber auch die anderen zum Lachen bringen mit der Erzählung unserer nächtlichen Begegnung.“
Er kehrte auf dem Fahrwege, der sich durch den Park schlängelte, zu seiner Villa zurück. Sein Herz klopfte laut, seine Gedanken waren verwirrt und alles um ihn her war im Helldunkel der Sommernacht wie ein Traum. Und plötzlich, ganz wie an diesem Tage schon zweimal im Traume, sah er wieder jene Erscheinung vor sich. Dieselbe Frauengestalt trat plötzlich aus dem Park, als hätte sie hier auf ihn gewartet, und blieb vor ihm stehen. Er zuckte zusammen; sie ergriff seine Hand und umklammerte sie krampfhaft. „Nein, das ist kein Traumbild!“
Da stand sie ihm nun endlich zum erstenmal nach ihrer Trennung – von Angesicht zu Angesicht gegenüber. Sie sprach auch irgendetwas zu ihm, doch er starrte sie nur wortlos an: sein Herz war zum Zerspringen voll und zitterte vor Schmerz. Oh, so oft er an diese Begegnung später noch zurückdachte, jedesmal empfand er denselben unerträglichen Schmerz. Sie sank vor ihm auf die Knie nieder, mitten auf dem Fahrweg, wie eine Wahnsinnige. Erschrocken trat er einen Schritt zurück, doch sie ergriff seine Hände, um sie mit Küssen zu bedecken, und ganz wie er es im Traum gesehen, glänzten Tränen an ihren langen Wimpern.