Ganjä betrachtete die Schwester aufmerksamer.

„Hast du etwas erfahren?“ fragte er.

„Nichts Unerwartetes. Ich habe erfahren, daß alles seine Richtigkeit hat. Mein Mann hatte recht: so wie er es von Anfang an voraussagte, so ist es nun auch gekommen. Wo ist er?“

„Nicht zu Hause. Aber was ist denn jetzt auch so gekommen?“

„Der Fürst ist erklärter Bräutigam, die Sache ist entschieden. Die älteren Schwestern sagten’s mir: Aglaja hat eingewilligt, und es wird auch gar nicht mehr verheimlicht. Bis jetzt war es ja dort eine Geheimnistuerei, daß Gott erbarm’! Adelaidas Hochzeit wird wieder aufgeschoben, denn die Trauungen sollen an ein und demselben Tage stattfinden – irgendein poetischer Einfall ... Du aber tätest jetzt wirklich besser, ein Hochzeitsgedicht zu verfassen, als hier auf und ab zu rennen! Heute abend wird die Bjelokonskaja bei ihnen sein; die ist sehr zur rechten Zeit angekommen. Außerdem sind auch noch andere Gäste eingeladen. Wie es scheint, soll er der Bjelokonskaja vorgestellt werden, wenn er auch mit ihr schon bekannt ist; ich glaube, sie wollen ihn heute als ‚offiziellen Bräutigam‘ präsentieren. Nur fürchten sie, er könne irgend etwas umstoßen, zerschlagen, wenn er ins Zimmer tritt, oder gar selbst hinfallen – all dessen muß man ja bei ihm gewärtig sein.“

Ganjä hörte seiner Schwester sehr aufmerksam zu, doch machten diese Nachrichten zu Warjäs nicht geringer Verwunderung durchaus keinen so erschütternden Eindruck auf ihn, wie sie eigentlich erwartet hatte.

„Das war ja schließlich vorauszusehen,“ meinte er nach einer Weile ziemlich ruhig. „Also aus!“ fügte er dann noch mit einem eigentümlichen Lächeln hinzu, und listig blickte er seiner Schwester in die Augen; worauf er seinen Spaziergang durchs Zimmer fortsetzte, wenn auch bereits viel ruhiger.

„Gut wenigstens, daß du die Sache als Philosoph aufnimmst. Das hatte ich kaum erwartet,“ sagte Warjä.

„Ach was, jetzt ist man die Geschichte los, du wenigstens.“

„Ich glaube, dir aufrichtig gedient zu haben, unablässig und ohne meinen eigenen Vorteil zu verfolgen. Ich habe dich nicht gefragt, welches Glück du bei Aglaja suchtest.“