„Gawrila Ardalionytsch hat mich gebeten, Ihnen dieses zu übergeben,“ sagte er und überreichte ihr den Brief.

Aglaja blieb stehen, nahm den Brief entgegen und blickte den Fürsten etwas sonderbar an. Nicht die geringste Verwirrung lag in ihrem Blick, höchstens Verwunderung hätte man aus ihm herauslesen können, doch auch diese schien sich nur auf den Fürsten zu beziehen. Ihr Blick verlangte gleichsam Rechenschaft von ihm darüber, wie er dazu kam, in dieser Angelegenheit Helfershelfer zu sein: und er verlangte sie ruhig und hochmütig. Sie standen sich ein paar Augenblicke lang stumm gegenüber. Endlich zuckte es kaum merklich wie leiser Spott in ihrem Gesicht, und mit einem flüchtigen Lächeln ging sie an ihm vorüber.

Die Generalin betrachtete eine Zeitlang schweigend und mit einer gewissen Nuance von Geringschätzung das Bild Nastassja Filippownas, das sie effektvoll auf Armeslänge von den Augen entfernt hielt.

„Ja, sie ist schön,“ sagte sie endlich, „sogar sehr. Ich habe sie zweimal gesehen, aber nur von weitem. Also eine solche Schönheit schätzen Sie?“ wandte sie sich an den Fürsten.

„Ja ... eine solche ...“ antwortete der Fürst mit einiger Gezwungenheit.

„Das heißt also, gerade eine solche Schönheit?“

„Ja, gerade eine solche.“

„Weshalb?“

„In diesem Gesicht ... ist viel Qual ...,“ sagte der Fürst unwillkürlich, doch gleichsam als spräche er nur zu sich selbst, und als antworte er gar nicht auf eine Frage.

„Sie phantasieren vielleicht nur,“ meinte die Generalin anmaßend und warf das Bild mit einer schroffen Bewegung auf den Tisch.