„Ich habe schon zu lange auf Sie gewartet.“ Schatoff zitterte geradezu und erhob sich vom Stuhl. „Sprechen Sie von Ihrer Angelegenheit, ich werde dann sprechen ... nachher ...“

Er setzte sich wieder.

„Diese Sache hat mit alledem nichts gemein,“ begann Stawrogin, der ihn mit Neugier beobachtete. „Gewisse Umstände haben mich gezwungen, heute noch diese späte Stunde zu wählen, um Sie zu benachrichtigen, daß man Sie vielleicht bald ermorden wird.“

Schatoff blickte ihn wild an.

„Ich weiß, daß mir Gefahr drohen könnte,“ sagte er zurückhaltend, „aber – wie können Sie denn das wissen?“

„Weil ich ebenfalls zu jenen gehöre und eben solch ein Mitglied des Bundes bin, wie Sie.“

„Sie ... Sie ... ein Glied des ... Bundes?“

„Ich sehe an Ihren Augen, daß Sie alles von mir erwartet hätten, nur das nicht,“ sagte Stawrogin, mit kaum merklichem Lächeln. „Aber, erlauben Sie, dann wußten Sie also schon, daß man Sie ermorden will?“

„Nicht einmal gedacht habe ich daran! Und auch jetzt glaube ich es nicht, obschon Sie es sagen! Aber wer kann denn vor diesen Eseln sicher sein!“ rief er plötzlich wütend und schlug mit der Faust auf den Tisch. „Ich fürchte sie aber nicht! Ich habe mit ihnen gebrochen. Der eine ist viermal zu mir gekommen und hat mir gesagt, daß man austreten kann ... aber –“ er sah auf Stawrogin – „was wissen Sie denn eigentlich davon?“

„O, fürchten Sie nichts, ich betrüge Sie nicht,“ fuhr Stawrogin kühl fort, mit dem Ausdruck eines Menschen, der nur eine Pflicht erfüllt. „Sie wollen mich examinieren: was ich davon weiß? Ich weiß, daß Sie in diesen Verband eingetreten sind, als Sie noch im Auslande waren, kurz vor Ihrer Reise nach Amerika und, ich glaube, gleich nach unserem letzten Gespräch, über das Sie mir dann ja in Ihrem Brief aus Amerika so viel geschrieben haben. Verzeihen Sie, bitte, daß ich nicht gleichfalls mit einem Brief darauf geantwortet habe, und nur ...“