„Das Gold zum Golde,“ konnte der Mönch nicht unterlassen, zu bemerken.
„Und diesem mit Zucker!“ Semjon Jakowlewitsch wies plötzlich auf Mawrikij Nicolajewitsch.
Der Diener goß den Tee ein und trat mit dem Glase aus Versehen zu dem Fant mit dem Klemmer.
„Dem Langen, dem Langen!“ rief Semjon Jakowlewitsch.
Mawrikij Nicolajewitsch nahm das Glas und machte eine kurze militärische Verbeugung. Ich weiß nicht warum – aber die ganze Schar wieherte plötzlich vor Lachen über diese Verbeugung.
„Mawrikij Nicolajewitsch!“ wandte sich Lisa hastig an ihn, „knien Sie bitte auf demselben Platz nieder, auf dem dieser Herr stand! – der da fortlief!“
Mawrikij Nicolajewitsch sah sie verständnislos an.
„Ich bitte Sie, Sie werden mir ein großes Vergnügen bereiten! Hören Sie, Mawrikij Nicolajewitsch,“ sagte sie eigensinnig und erregt, „knien Sie unbedingt nieder, ich will unbedingt sehen, wie Sie knien! Wenn Sie das nicht tun – kommen Sie nie mehr unter meine Augen! Ich will das, ich will das, – unbedingt! ...“
Warum sie das wollte? Ich weiß es nicht. Jedenfalls verlangte sie es in unerbittlichem Tone, in einem Anfall von Laune und Eigensinn. Mawrikij Nicolajewitsch selber erklärte diese kapriziösen Ausbrüche, die sie in der letzten Zeit ganz besonders oft hatte, wie wir später sehen werden, mit dem Auflodern eines blinden, untergründigen Hasses auf ihn ... dabei nicht etwa aus Bosheit, – im Gegenteil, sie achtete, schätzte und liebte ihn, und das wußte er, – sondern aus irgendeinem besonderen, unbewußten Haß, den sie manchmal einfach nicht in sich niederzuzwingen vermochte.
Mawrikij Nicolajewitsch gab schweigend sein Teeglas einem alten, hinter ihm stehenden Bauern, ging dann auf das Türchen des meterhohen Holzgitters zu, öffnete es, trat ohne Semjon Jakowlewitschs Erlaubnis in dessen Zimmerhälfte und kniete, allen sichtbar, mitten im freien Raum nieder. Ich glaube, er war von dem Spott Lisas, noch dazu in Gegenwart so vieler Menschen, im Innersten seiner einfachen ehrlichen Seele verletzt. Vielleicht glaubte er auch, daß sie sich schämen werde, wenn sie seine Erniedrigung sah, die sie selbst so gewünscht hatte. Außer ihm hätte sich wohl sonst keiner entschlossen, ein Weib auf so naive und gewagte Weise zu strafen. Mit unerschütterlich ernstem Gesicht kniete er also, groß und steif und – lächerlich. Doch niemand lachte; die Überraschung machte einen schrecklichen Eindruck. Alle sahen Lisa an.