„So schlimm ist es gerade nicht,“ sagte von Lembke ausweichend, doch angenehm berührt. „Das ist ein Vorurteil der Jugend, die immer alles vorbereitet glaubt ... Aber erlauben Sie, noch ein Wort: wenn dieser Kirilloff Stawrogins Sekundant war, so muß doch auch Herr Stawrogin in diesem Falle ...“

„Wieso Stawrogin?“

„Ich meine, wenn sie solche Freunde sind?“

„Oh, nein, nein, nein! Diesmal haben Sie fehlgeschossen, wenn Sie auch sonst schlau sind! Aber Sie setzen mich geradezu in Erstaunen! Denn ich glaubte doch, daß Sie in betreff dieser Dinge unterrichtet sind ... Hm ... Stawrogin – das ist das vollkommenste Gegenteil, das heißt, das vollkommenste! ... Avis au lecteur.“[125]

„In der Tat? Ist’s möglich?“ fragte von Lembke ungläubig. „Mir hat Julija Michailowna gesagt, daß Stawrogin, nach ihren Erkundigungen in Petersburg, ein Mensch mit einigen, sozusagen, Instruktionen ...“

„Ich weiß nichts, nichts, nichts, keine Ahnung. Adieu. Avis au lecteur!“ wich Pjotr Stepanowitsch plötzlich und nur zu offensichtlich allen weiteren Fragen aus und schwirrte schon zur Tür.

„Erlauben Sie, Pjotr Stepanowitsch, erlauben Sie, noch einen Augenblick!“ rief ihn von Lembke zurück. „Noch ein Wort, und dann halte ich Sie nicht mehr auf.“ Er nahm aus einem Schubfach einen Brief heraus.

„Sehen Sie, – gleichfalls ein Exemplar, das in diese Kategorie gehört. Und hiermit beweise ich Ihnen, daß ich das größte Vertrauen zu Ihnen habe. Was sagen Sie zu diesem Brief?“

Es war ein sonderbarer Brief: ohne Unterschrift, an Herrn von Lembke adressiert, und gestern erst hatte er ihn erhalten. Pjotr Stepanowitsch las zu seinem größten Ärger folgendes:

„Eure Exzellenz!