„Seien Sie sofort bei Kirilloff, ich werde kommen ... Ich muß, ich muß Sie unbedingt sprechen!“

„Für mich gibt es kein Muß!“ schnitt ihm Stawrogin das Wort ab.

„Stawrogin wird bei mir sein,“ beendete Kirilloff das Gespräch. „Stawrogin, es gibt für Sie doch ein Muß. Ich werde es Ihnen dort zeigen.“

Sie gingen hinaus.

Dreizehntes Kapitel.
Zarewitsch Iwan

Sie traten hinaus. Pjotr Stepanowitsch kehrte zuerst in das Gastzimmer zurück, um das Chaos zu besänftigen, doch er sah bald ein, daß hier jede Mühe vergeblich war, und so lief er denn schon nach zwei Minuten den Fortgegangenen nach. Unterwegs fiel ihm eine Querstraße ein, durch die er ein gutes Stück Weges abschneiden konnte. Er bog in sie ein – es war eine Winkelgasse, in der er im Schlamm fast bis über die Knöchel versank – und erreichte auf diese Weise das Filippoffsche Haus fast in demselben Augenblick, als Stawrogin und Kirilloff durch die Hofpforte traten.

„Schon hier? – Das ist gut.“ sagte Kirilloff. „Kommen Sie.“

„Wie, Sie sagten doch, daß Sie ganz allein leben?“ fragte Stawrogin, als er im Flur den schon aufgesetzten Samowar bemerkte, der schon zu summen begann.

„Werden gleich sehen, mit wem ich lebe,“ murmelte Kirilloff. „Treten Sie ein.“

Kaum hatten sie sich gesetzt, als Werchowenski den anonymen Brief, den er sich von Herrn von Lembke ausgebeten hatte, aus der Tasche zog und ihn vor Stawrogin auf den Tisch legte. Stawrogin las ihn schweigend durch.