Werchowenski lief ihm sofort nach, und holte ihn noch bei der Hofpforte ein.

„Bleib! Keinen Schritt!“ rief er und packte ihn am Ellenbogen.

Stawrogin riß seinen Arm zurück, konnte ihn jedoch nicht befreien. Da packte ihn die Wut und mit der linken Hand ergriff er Werchowenski bei den Haaren, schleuderte ihn mit aller Kraft zu Boden und trat dann hinaus auf die Straße. Aber noch war er nicht dreißig Schritt gegangen, als der andere ihn schon wieder einholte.

„Versöhnen wir uns, versöhnen wir uns,“ kam es in bebendem Flüsterton, fast bettelnd, von seinen Lippen.

Stawrogin zuckte mit der Schulter und ging weiter.

„Hören Sie, ich bringe morgen Lisaweta Nicolajewna zu Ihnen, wollen Sie? Nicht? Warum antworten Sie denn nicht? Sagen Sie nur, was Sie wollen, und ich tue es. Hören Sie: ich lasse Ihnen auch Schatoff, wollen Sie?“

„Dann ist es also wahr, daß Sie ihn wirklich ermorden wollten?“

„Nun, wozu brauchen Sie Schatoff? Was haben Sie von ihm?“ fuhr atemlos schnell Werchowenski fort, indem er ihm bald in den Weg lief, bald wieder ihn am Ellenbogen ergriff, augenscheinlich, ohne sich dessen überhaupt bewußt zu werden. „Hören Sie: ich gebe Ihnen Schatoff, versöhnen wir uns nur, versöhnen wir uns! Ihre Rechnung ist groß, aber ... versöhnen wir uns!“

Stawrogin sah ihn schließlich an und war betroffen. Das war nicht mehr derselbe Blick, nicht mehr dieselbe Stimme, wie sonst und wie noch dort im Zimmer. Das war fast ein ganz anderes Gesicht, das er da vor sich sah. Und auch die Stimme war eine ganz andere: Werchowenski flehte, winselte geradezu. Das war ja ein Mensch, dem man das Teuerste auf Erden nimmt, oder schon fortgenommen hat, und der noch nicht zur Besinnung gekommen ist.

„Was ist mit Ihnen geschehen?“ rief Stawrogin unwillkürlich.