„Mein Freund, ich habe schon gesagt, mir tut nichts mehr leid, ma carrière est finie.[158] Seit jener Stunde in Skworeschniki, als sie sich von mir verabschiedete, tut es mir um mein Leben nicht mehr leid ... aber die Schande, die Schande, que dira-t-elle,[159] wenn sie es erfährt?“

Verzweifelt sah er mich an und – der Arme! – errötete über und über. Ich senkte gleichfalls die Augen.

„Sie wird nichts erfahren, denn man wird Ihnen nichts tun. Es ist mir, als ob ich zum erstenmal mit Ihnen spräche, Stepan Trophimowitsch, dermaßen haben Sie mich heute in Erstaunen gesetzt.“

„Mein Freund, das ist doch keine Furcht. Nun, mögen sie mir da meinetwegen auch verzeihen, mich sogar wieder herbringen und mir auch sonst nichts antun – aber gerade hier bin ich ja dann verloren! Elle me soupçonnera toute sa vie[160] ... mich, mich, den Dichter, den Denker, den Menschen, den sie zweiundzwanzig Jahre lang angebetet hat!“

„Wird ihr gar nicht einfallen.“

„Es wird, wird!“ flüsterte er in tiefer Überzeugung. „Wir haben beide mehreremal darüber gesprochen, in Petersburg, bevor wir fortfuhren, als wir beide fürchteten. Elle me soupçonnera toute sa vie ... und wie sie überzeugen? Es wird alles so unwahrscheinlich klingen. Ja, und wer wird mir denn hier in der Stadt glauben? C’est invraisemblable ... Et puis les femmes[161] ... Sie wird sich freuen. Sie wird sehr betrübt sein, sogar aufrichtig betrübt, wie ein treuer Freund, aber, im geheimen – wird sie sich freuen ... Ich gebe ihr eine Waffe gegen mich fürs ganze Leben. Oh, vernichtet ist es jetzt, mein ganzes Leben! Zwanzig Jahre ein so großes Glück mit ihr ... und nun dies!“

Er bedeckte sein Gesicht mit den Händen.

„Stepan Trophimowitsch, sollten Sie nicht Warwara Petrowna sofort von dem Vorgefallenen benachrichtigen?“ schlug ich vor.

„Gott soll mich davor bewahren!“ – er fuhr zusammen und sprang sogar auf. „Auf keinen Fall, niemals, nach dem, was in Skworeschniki gesagt worden ist, nie–mals!“

Seine Augen blitzten plötzlich.