„Ja, so ... Er wird selbst kommen.“ Herr Kirilloff beeilte sich sichtlich, die Antwort los zu werden. Er war entschieden geärgert, saß finster da und hörte ungeduldig zu.
„Er wird herkommen! Endlich werde ich ... Ja, sehen Sie, ich habe Petrúscha so lange nicht mehr gesehen!“ Stepan Trophimowitsch kam von diesem Satz nicht los. „Ich erwarte jetzt meinen armen Jungen, vor dem ... oh, vor dem ich so schuldig dastehe! Das heißt, ich wollte sagen, daß ich ihn in Petersburg damals für nichts Besonderes hielt ... ou quelque chose dans ce genre.[40] Der Junge war, wissen Sie, nervös, sehr empfindsam, und ... ängstlich. Bevor er zu Bett ging, verneigte er sich vor dem Heiligenbilde und bekreuzte sein Kopfkissen, um in der Nacht nicht zu sterben, je m’en souviens. Enfin,[41] kein bißchen Gefühl für das Schöne, das heißt für etwas Höheres, oder Tieferes, kein einziger Keim einer zukünftigen Idee ... c’était comme un petit idiot.[42] Übrigens, ich ... entschuldigen Sie, ich ... bin momentan ...“
„Das Kissen bekreuzte, sagten Sie das im Ernst?“ erkundigte sich Herr Kirilloff plötzlich mit besonderem Interesse.
„Ja, er bekreuzte es ...“
„Nein, ich fragte nur so; fahren Sie fort.“
Stepan Trophimowitsch sah Liputin fragend an.
„Ich bin Ihnen sehr dankbar für Ihren Besuch, aber ich muß gestehen, ich bin jetzt nicht imstande ... Doch gestatten Sie die Frage, wo wohnen Sie?“
„In der Bogojawlenskstraße, im Filippoffschen Hause.“
„Ach, das ist ja dasselbe Haus, in dem auch Schatoff wohnt,“ bemerkte ich unwillkürlich.
„Ja, eben, genau in demselben Hause,“ rief Liputin schnell, „nur wohnt Schatoff oben und er unten bei Lebädkin. Und er ist auch mit Schatoff und Schatoffs Frau bekannt, mit dieser sogar besonders nah und gut.“