„Ihr habt es gut, ihr Verwöhnten an euren vollen Tischen!“ brüllte schon unmittelbar vor der Tribüne der Seminarist und fletschte Stepan Trophimowitsch höhnisch an.

Der bemerkte es und trat sofort bis an den äußersten Rand:

„Habe nicht ich, nicht ich soeben noch gesagt, daß der Enthusiasmus unserer jungen Generation ebenso rein und licht ist wie früher, und daß sie nur deshalb ins Verderben geht, weil sie sich in den Formen des Schönen täuscht? Ist euch das zu wenig? Und wenn ihr bedenkt, daß ein gebeugter und beleidigter Vater zu euch spricht, ist es dann, – o ihr kleinen Menschen! ... Kann man denn überhaupt noch leidenschaftsloser und klarer schauend über den Ansichten stehen? Undankbare, ungerechte Menschen ... warum wollt ihr nicht Frieden schließen ...“

Und plötzlich brach er in hysterisches Schluchzen aus. Er wischte sich mit den Fingern die Tränen ab. Die Brust und die Schultern zitterten vor Schluchzen – er vergaß alles um sich her.

Eine wirkliche Panik ergriff das Publikum, fast alle erhoben sich von ihren Plätzen. Auch Julija Michailowna erhob sich schnell und zog ihren Mann von seinem Stuhle in die Höhe.

„Stepan Trophimowitsch!“ brüllte triumphierend der Seminarist. „Hier in der Stadt und in der Umgegend treibt sich jetzt ein entsprungener Zuchthäusler herum, Fedjka mit Namen. Er stiehlt überall und vor nicht langer Zeit hat er einen neuen Mord verübt. Gestatten Sie die Frage: wenn Sie ihn vor fünfzehn Jahren nicht zur Begleichung einer Kartenschuld als Rekruten verkauft hätten, wäre er dann auch nach Sibirien gekommen? Hätte er dann auch Menschen ermordet im Kampfe ums Dasein? Was sagen Sie dazu, Herr Ästhetiker?“

Ich verzichte darauf, die nun folgende Szene zu beschreiben. Zunächst ertönte ein rasender Applaus. Es applaudierten natürlich nicht alle, vielleicht nur der fünfte Teil des Saales, aber der applaudierte dafür auch wie wahnsinnig. Der Rest des Publikums strömte zum Ausgang, der applaudierende Teil dagegen zur Tribüne hin, und so entstand ein allgemeines Gewühl. Damen schrien auf. Junge Mädchen weinten und wollten nach Hause. Lembke stand noch immer an seinem Platz und sah drohend um sich. Julija Michailowna verlor zum erstenmal in ihrem Leben völlig den Kopf. Stepan Trophimowitsch schien von den Worten des Seminaristen zuerst völlig zerschmettert zu sein, doch plötzlich erhob er beide Hände und rief:

„Ich schüttle den Staub von meinen Füßen und verfluche ... Das ist das Ende ... das Ende ...“

Und sich umkehrend lief er, gestikulierend und noch mit den Händen drohend, hinter die Kulissen.

„Er hat die Gesellschaft beleidigt! ... Er schmäht uns! Werchowenski!“ schrie man.