„Ach, reden Sie nicht davon, das ist schrecklich, schrecklich! Daran bin ich, ich allein schuld!“
„Tja, freilich, aber nun muß ich Sie doch verteidigen. So etwas kann niemand voraussehen, – und wer, zum Teufel, kennt sich denn heute unter diesen ‚Aufrichtigen‘ überhaupt noch aus? Vor so einem ist man selbst in Petersburg nicht sicher. Er war Ihnen doch empfohlen! und wie noch! Sehen Sie nun nicht ein, daß Sie sogar verpflichtet sind, auf dem Ball zu erscheinen? Man weiß doch, daß Sie es waren, die ihn auf die Tribüne brachte: darum müssen Sie nun öffentlich zu erkennen geben, daß Sie sich mit ihm nicht solidarisch fühlen, daß der Kerl schon in den Händen der Polizei ist und daß man Sie auf unerklärliche Weise betrogen hat. Sie müssen es mit Unwillen kundgeben, daß Sie das Opfer eines Verrückten gewesen sind. Denn daß der Kerl ein Verrückter ist, sieht doch ein jeder! Ich kann diese Beißenden nicht ausstehen. Freilich rede ich selber manchmal noch schärfer, aber ich tu’s doch nicht von der Tribüne aus! Und da reden noch die Leute wie absichtlich gerade jetzt von dem Senator!“
„Von was für einem Senator? Wer redet ...?“
„Tja, was weiß ich! Aber wie, haben Sie denn nichts von einem Senator gehört?“
„Einem Senator? Nein!“
„Ja, sehen Sie, man erzählt sich, daß irgendein Senator hierher geschickt werde, und daß man Sie von Petersburg aus absetzen will. Ich habe es von vielen gehört.“
„Ich allerdings auch!“ bestätigte ich.
„Wer hat das gesagt?“ fuhr Julija Michailowna auf und das Blut schoß ihr ins Gesicht.
„Wer das zuerst gesagt hat? ... Wie soll ich das wissen. Die ganze Stadt redet so. Besonders gestern sprach man davon. Alle tun so ernst dabei, obgleich man gar nicht recht klug daraus werden kann. Natürlich – die bißchen Klügeren und Kompetenteren, die reden ja nicht davon, aber auch von diesen hören manche aufmerksam zu.“
„Welch eine Niederträchtigkeit! Und ... welch eine Dummheit!“