„Es ist wahr, es ist wahr. Steht am Gartenzaun. Von hier – na, dreihundert Schritte von hier, wenn ich mich nicht irre. Ich beeilte mich, an ihm vorüber zu kommen, aber er hat mich doch gesehen. Sie wußten es nicht? In dem Fall bin ich sehr froh, daß ich nicht vergessen habe, es Ihnen mitzuteilen. Sehen Sie, solch einer ist am gefährlichsten! wenn der einen Revolver bei sich hat! und zuletzt, die Nacht, die Nässe, die Erregung, und dann – wie ist denn seine Lage jetzt, ha, ha! Was meinen Sie, warum sitzt er da?“
„Er wartet natürlich auf Lisaweta Nicolajewna.“
„So–o! Ja warum sollte sie denn zu ihm hinausgehen? Und ... in diesem Regen ... so ein Esel!“ ...
„Sie wird sogleich zu ihm hinausgehen.“
„Aha! Das ist mir mal eine Neuigkeit! Also ... Aber hören Sie, jetzt hat sich doch Ihre Situation völlig geändert: wozu braucht sie jetzt den Mawrikij? Sie sind doch jetzt ein freier Witwer und können sie doch morgen heiraten? Weiß sie noch nichts? Dann überlassen Sie es mir, ich werde gleich alles in Ordnung bringen. Wo ist sie, man muß ihr doch auch eine Freude machen!“
„Eine Freude?“
„Sie fragen noch! Gehen wir.“
„Und Sie glauben, daß sie vor diesen Leichen nichts errät?“ fragte Stawrogin, indem er ihn mit halb zugekniffenen Augen ansah.
„Natürlich nicht,“ antwortete Pjotr Stepanowitsch, den Dummen spielend, „denn juridisch ... Ach, Sie! Und wenn sie es auch errät! Von den Frauen wird das alles so schnell abgetan! Sie kennen die Frauen noch nicht! Außerdem muß sie Sie doch ganz einfach heiraten, denn sie hat sich doch nun mal kompromittiert, ganz abgesehen davon, daß ich ihr von der ‚Barke‘ schon erzählt habe: und habe gesehen, daß man gerade damit Eindruck auf sie macht – da sieht man gleich, von welchem Kaliber das Mädchen ist. Beruhigen Sie sich, sie wird über diese Leichen so hinwegtreten, wie nichts! Außerdem sind Sie ja doch tatsächlich ganz unschuldig, vollständig unschuldig, nicht wahr? Sie wird die Erinnerung an diese Leichen nur aufbewahren, um Sie vom zweiten Jahre Ihrer Ehe an damit zu peinigen. Jedes Weib, das zum Altar geht, rächt sich so an ihrem Mann, aber was dann sein wird ... was wieder übers Jahr sein wird? Ha, ha, ha!“
„Sie sind mit einer Droschke gekommen? Die Droschke wartet noch? Dann fahren Sie in dieser Droschke mit Lisa zu Mawrikij Nicolajewitsch. Sie hat mir soeben gesagt, daß sie mich nicht lieben kann, daß sie von mir geht, da wird sie selbstverständlich keine Equipage von mir annehmen.“