„Aber was soll denn das bedeuten? Ist das wirklich ihr Ernst? Was hat denn das veranlassen können?“ Pjotr Stepanowitsch sah ihn mit einem recht dummen Gesicht an.
„Sie hat es irgendwie erraten, in dieser Nacht, daß ich sie gar nicht liebe ... was sie natürlich schon immer gewußt hat.“
„Ja, aber wie – lieben Sie sie denn nicht?“ fragte Pjotr Stepanowitsch mit der Miene grenzenlosen Erstaunens. „Aber wenn das so ist, warum haben Sie ihr das dann nicht gestern gleich gesagt, daß Sie sie nicht lieben? Das ist doch eine schreckliche Gemeinheit von Ihnen, und wie stehe ich denn jetzt vor ihr da?“
Stawrogin begann plötzlich zu lachen.
„Ich lache über meinen Affen,“ erklärte er sofort.
„Ah! Sie haben’s durchschaut, daß ich den Bajazzo spiele!“ Pjotr Stepanowitsch lachte sogleich furchtbar lustig mit. „Ich hab’s ja nur getan, um Sie zu amüsieren! Stellen Sie sich vor, ich hab’s doch im Augenblick, wie Sie aus der Tür traten, Ihrem Gesicht angesehen, daß es bei Ihnen ‚Unglück‘ gegeben hat. Vielleicht sogar einen vollständigen Mißerfolg, wie? Nun, ich möchte schwören,“ rief er, sich vor Entzücken fast verschluckend, „daß Sie die ganze Nacht im Saal nebeneinander wie Puppen auf den Stühlen gesessen, über hohe Sachen sich gestritten und so die ganze kostbare Zeit verbracht haben ... Doch, verzeihen Sie, verzeihen Sie, was geht das mich an! Ich wußte ja schon gestern, daß es bei Ihnen mit einer Dummheit enden werde. Ich habe sie Ihnen ja auch überhaupt nur gebracht, um Ihnen ein Vergnügen zu verschaffen, und um Ihnen zu beweisen, daß Sie es mit mir nicht langweilig haben werden! Dreihundertmal kann ich Ihnen noch mit so was dienen! Ich liebe es überhaupt, den Menschen gefällig zu sein. Und wenn Sie sie jetzt also nicht mehr brauchen, worauf ich ja rechnete, dann – nun ja, dann bin ich eben hierhergefahren, um ...“
„So haben Sie sie mir also nur zu meinem Vergnügen gebracht?“
„Wozu denn sonst?“
„Und nicht deshalb, um mich zu zwingen, meine Frau zu ermorden?“
„So–o, ja haben Sie sie denn ermordet? Was für ein tragischer Mensch Sie sind!“