„Ich möchte zuerst ... wo sind die Ermordeten?“

„Natürlich! Das befürchtete ich ja! Nein, die lassen wir hübsch beiseite. Und das ist auch nichts für Sie!“

„Ich weiß, wo sie sind, ich kenne das Haus.“

„Nun, was, was wissen Sie? Ich bitte Sie, jetzt im Regen, im Nebel (da habe ich mir eine schöne Verpflichtung aufgeladen!) ... Hören Sie, Lisaweta Nicolajewna, entweder oder: Sie können mit mir auf die Droschke warten und gehen jetzt keinen Schritt weiter, oder aber, wenn Sie noch zwanzig Schritte weiter gehen, so erblickt uns Mawrikij Nicolajewitsch.“

„Mawrikij Nicolajewitsch! Wo? Wo?“

„Nun, wenn Sie zu ihm gehen wollen, so kann ich Sie meinethalben noch ein Stückchen begleiten und Ihnen zeigen, wo er steht. Ich selbst aber mache dann meinen ergebensten Diener: ich möchte jetzt nicht mit ihm sprechen.“

„Er wartet auf mich, mein Gott!“ Sie blieb plötzlich stehen und wurde über und über rot. –

„Nun, was soll das! Wenn er ein Mensch ohne Vorurteile ist! Wissen Sie, Lisaweta Nicolajewna, das ist ja alles nicht mehr meine Sache, – ich bin ja ganz unbeteiligt dabei, das wissen Sie selbst. Aber ich will doch Ihr Bestes ... Wenn es mit unserer ‚Barke‘ nun einmal nichts ist, wenn es sich herausgestellt hat, daß sie nur ein alter, verfaulter Kahn war, der nur noch zum Abbruch taugt ...“

„Ach, wunderbar!“ Lisa lachte hysterisch auf.

„Ja, wunderbar, aber dabei fließen Ihnen die Tränen über die Wangen. Da ist mehr Festigkeit nötig. Die Frau soll den Männern nicht nachstehen. In unserer Zeit, wenn die Frau ... pfui, zum Teufel!“ (Pjotr Stepanowitsch hätte beinahe ausgespuckt.) „Und die Hauptsache, nichts bedauern: vielleicht wird sich alles noch zum besten kehren. Mawrikij Nicolajewitsch ist ein Mensch ... mit einem Wort, ein gefühlvoller Mensch, wenn auch nicht gesprächig, was übrigens nichts auf sich hat, vorausgesetzt, daß er nur ein vorurteilsfreier Mensch ist ...“