„Wosnessensksche, Bogojawlensksche, – das müssen Sie als Einwohner besser wissen als ich, und zudem irren Sie sich: ich habe Ihnen ganz zuerst nur das Filippoffsche Haus genannt, und Sie behaupteten, Sie wüßten, wo das sei.“
„Hier, hier sind noch fünf Kopeken,“ damit zog Schatoff sein letztes Geldstück aus der Westentasche.
„Was soll das? Sie werden hier nichts bezahlen!“ fuhr Frau Schatowa auf, doch der Kutscher setzte schon seinen „Wallach“ in Bewegung, und Schatoff zog sie an der Hand durch die Pforte auf den Hof und führte sie in den finsteren Flur.
„Schneller, Marie, schneller ... das sind doch lauter Nebensachen und ... Wie du naß geworden bist! Vorsichtig, hier geht es hinauf – wie schade, daß ich das Licht nicht ... die Treppe ist steil, halt’ dich am Geländer ... Nun, hier, das ist meine Stube. Verzeih, daß ich kein Licht ... Ich werde sofort ...“
Er hob im Dunkeln den Leuchter vom Boden auf, doch die Streichholzschachtel konnte er noch immer nicht finden. Marja Schatowa stand solange mitten im Zimmer, schweigend und ohne sich zu bewegen.
„Gott sei Dank, endlich! Hier ist sie!“ rief er schließlich freudig und zündete das Licht an.
Marja Schatowa sah sich flüchtig im Zimmer um.
„Man hat mir zwar schon gesagt, daß Sie in einem entsetzlichen Zimmer wohnen, aber ich hätte doch nicht gedacht, daß es so wäre,“ sagte sie launisch und ging zum Bett. „Ach, ich bin müde!“ und sie sank kraftlos auf das harte Lager. „Bitte, legen Sie die Reisetasche hin und setzen Sie sich selbst auf einen Stuhl. Oder wie Sie wollen, nur zappeln Sie mir nicht so vor den Augen herum ... Ich bin nur auf kurze Zeit zu Ihnen gekommen, bis ich eine Arbeit gefunden habe, denn ich kenne hier niemanden und mein Geld ist zu Ende ... Wenn ich Ihnen aber lästig falle, so haben Sie die Güte und sagen Sie’s bitte gleich! Ich werde morgen irgend etwas von meinen Sachen verkaufen, um mir im Gasthaus ein Zimmer nehmen zu können ... Ach, nur müde bin ich jetzt!“
Schatoff erbebte am ganzen Körper.
„Wozu, Marie, das ist doch nicht nötig, nicht nötig, du brauchst nicht ins Gasthaus zu gehen! Was für ein Gasthaus überhaupt? Warum das, wozu?“ und flehend faltete er die Hände.