„Ich wollte nur sagen, daß jetzt nur wir zwei hier wohnen, unten aber wohnten früher Lebädkins ...“
„Das sind die, die man heute Nacht ermordet hat?“ fuhr sie plötzlich auf. „Ich hörte davon. Wie ich ankam, hörte ich davon. Und dann hat es gebrannt?“
„Ja, Marie, ja, und vielleicht begehe ich eine furchtbare Erbärmlichkeit in diesem Augenblick, wenn ich diese Schurken ungestraft lasse ...“
Er war aufgestanden und schritt wie ein Verzweifelnder mit erhobenen Armen durch das Zimmer.
Aber Marie verstand ihn nicht ganz. Sie war zu zerstreut. Sie fragte mehr, als daß sie zuhörte.
„Ja, schöne Sachen spielen sich hier bei euch ab. Ach, wie das alles gemein ist! Was für Schurken sie alle sind! Aber so setzen Sie sich doch, ich bitte Sie, endlich einmal! – oh, wie Sie mich reizen!“
Und erschöpft senkte sie den Kopf auf das Kissen.
„Marie, ich werde ja nicht ... Du legst dich vielleicht ein wenig hin, Marie?“
Sie antwortete nicht und schloß nur übermüdet die Augen. Sie schlief fast sofort ein. Ihr bleiches Gesicht sah in diesem Augenblick wie das einer Toten aus. Schatoff sah sich im Zimmer um, setzte das Licht fester in den Leuchter, sah noch einmal unruhig auf ihr Antlitz, preßte fest die Hände vor sich zusammen und ging dann leise auf den Fußspitzen aus dem Zimmer in den Treppenflur. Dort stellte er sich mit dem Gesicht in eine Ecke, stützte die Stirn an die Wand und stand so zehn Minuten lang reglos. Er hätte wohl noch länger so gestanden, doch plötzlich vernahm er unten auf der Treppe leise, vorsichtige Schritte.
Jemand kam die Treppe herauf.