Schatoff erinnerte sich, daß er die Hofpforte zu schließen vergessen hatte.
„Wer da?“ fragte er verhalten.
Der Unbekannte stieg langsam höher, ohne zu antworten. Als er oben angelangt war, blieb er stehen. Ihn zu erkennen war in der Dunkelheit unmöglich. Plötzlich hörte man die vorsichtige Frage:
„Iwan Schatoff?“
Schatoff nannte seinen Namen und streckte schnell den Arm aus, um dem Fremden den Weg zu verlegen; dieser aber griff nach seiner Hand und – in derselben Sekunde fuhr Schatoff zusammen, als hätte er ein Reptil berührt.
„Warten Sie hier,“ flüsterte er schnell, „kommen Sie nicht herein, ich kann Sie jetzt nicht empfangen. Meine Frau ist angekommen. Ich bringe das Licht her.“
Als er mit dem Licht zurückkehrte, sah er einen jungen Fähnrich vor sich stehen, dessen Namen er nicht kannte, dessen Gesicht er aber schon einmal irgendwo gesehen haben mußte.
„Erkel,“ stellte sich der Jüngling vor. „Sie haben mich bei Wirginski gesehen.“
„Ich erinnere mich; Sie saßen und schrieben. Hören Sie,“ brauste Schatoff plötzlich auf, wild und wütend auf den Jungen zuschreitend, wenn er auch die Stimme immer noch dämpfte. „Sie haben beim Händedruck ein Zeichen gemacht. Wissen Sie, daß ich auf alle diese Zeichen einfach spucke! Ich erkenne sie nicht an ... will sie nicht ... Ich könnte Sie gleich die Treppe hinunter werfen, wissen Sie das auch ...!“
„Nein, das weiß ich gar nicht, und ich verstehe auch gar nicht, warum Sie sich so ärgern,“ sagte der Gast ganz ungekränkt und fast gutmütig. „Ich soll Ihnen nur etwas mitteilen, und darum bin ich gleich heute gekommen, um nicht unnütz Zeit zu verlieren. Sie haben eine Druckmaschine, die nicht Ihnen gehört und über deren Verbleib Sie Rechenschaft zu geben verpflichtet sind, wie Sie wohl selbst wissen werden. Man hat mich nun beauftragt, von Ihnen zu verlangen, diese Druckmaschine morgen um Punkt sieben Uhr abends Liputin zu übergeben. Und außerdem hat man mich beauftragt, Ihnen mitzuteilen, daß man weiter nichts mehr von Ihnen verlangen wird.“