Schigaleff und Wirginski waren sogar ein wenig früher eingetroffen als Pjotr Stepanowitsch. Als er erschien, traten sie sofort ein wenig zur Seite, in tiefem und offenbar absichtlichem Schweigen. Pjotr Stepanowitsch erhob die Laterne und betrachtete sie ungeniert mit beleidigender Aufmerksamkeit. „Die wollen wieder reden,“ zuckte es ihm durch den Kopf.
„Lämschin ist nicht gekommen?“ fragte er Wirginski. „Wer hat es gesagt, daß er krank ist?“
„Ich bin hier,“ meldete sich Lämschin, plötzlich hinter einem Baum hervortretend.
Er war in einem warmen Paletot und dazu noch in ein großes Plaid fest eingewickelt, so daß man ihn sogar mit der Laterne nur schwer in dieser Umhüllung erkennen konnte.
„Also fehlt nur noch Liputin?“
Da trat Liputin schweigend aus der Grotte. Pjotr Stepanowitsch erhob wieder die Laterne.
„Warum haben Sie sich dorthin verkrochen, warum kamen Sie nicht gleich heraus?“
„Ich nehme an, daß wir alle das Recht der Freiheit bewahren ... unserer Bewegungen ...“ erwiderte Liputin, wahrscheinlich, ohne selbst recht zu wissen, was er eigentlich sagen wollte.
„Meine Herren!“ Pjotr Stepanowitsch erhob die Stimme – gab somit zum erstenmal den Flüsterton auf, was einen gewissen Eindruck machte: „Sie verstehen, hoffe ich, daß wir hier nichts mehr breitzutreten brauchen. Gestern ist alles gesagt und durchgekaut worden, klar und bestimmt. Aber vielleicht will doch noch jemand, wie ich nach dem Ausdruck der Gesichter vermute, irgend etwas sagen? In dem Fall bitte ich, sich zu beeilen! Hol’s der Teufel, wir haben wenig Zeit und Erkel kann ihn jeden Augenblick bringen ...“
„Er wird ihn unbedingt mitbringen,“ bemerkte aus einem unbekannten Grunde Tolkatschenko.