„Wenn ich mich nicht irre, so muß er zuerst die Druckmaschine abliefern?“ erkundigte sich Liputin, wiederum gleichsam, als ob er selbst nicht wußte, wozu er das eigentlich fragte.

„Selbstverständlich, wozu denn Sachen verlieren!“ Pjotr Stepanowitsch erhob wieder die Laterne und beleuchtete Liputins Gesicht. „Aber wir sind doch gestern übereingekommen, daß man sie nicht wortwörtlich in Empfang zu nehmen braucht. Er soll Ihnen nur die Stelle zeigen, wo sie hier vergraben ist, später können wir sie dann selbst herausgraben. Ich weiß, daß sie hier irgendwo zehn Schritt von irgendeiner Ecke der Grotte liegt ... Aber zum Teufel, Liputin, wie haben Sie das nur vergessen können!? Es war doch abgemacht, daß Sie ihn allein treffen und wir erst später hervortreten ... Sonderbar, daß Sie noch fragen, – oder taten Sie es bloß so?“

Liputin schwieg mit finsterem Gesicht.

Alle schwiegen. Der Wind schaukelte die Wipfel der alten Kiefern.

„Ich hoffe, meine Herren, daß ein jeder seine Pflicht tun wird,“ sagte Pjotr Stepanowitsch, der die Geduld verlor, sichtlich gereizt.

„Ich weiß, daß Schatoffs Frau zu ihm zurückgekehrt ist und heute Nacht ein Kind geboren hat,“ begann plötzlich Wirginski aufgeregt, gestikulierend und sich so überstürzend, daß er kaum die Worte hervorzubringen vermochte. „Und da man doch das Menschenherz kennt ... können wir sicher sein, daß er jetzt nicht denunzieren wird ... er ist jetzt glücklich ... Ich war heute schon bei allen, fand aber niemanden zu Hause ... Ich meine, daß jetzt vielleicht nichts mehr zu befürchten ist ... –“

Er brach ab vor Atemlosigkeit.

„Wenn Sie, Herr Wirginski, plötzlich glücklich geworden wären,“ – Pjotr Stepanowitsch trat auf ihn zu, „würden Sie dann etwas aufschieben, was Sie sich vorgenommen haben, nicht eine Anzeige, davon kann hier natürlich nicht die Rede sein, – aber irgendeine gewagte, bürgerliche Tat, die Sie schon vor Ihrem Glück beschlossen haben und die auszuführen Sie für Ihre Pflicht und Schuldigkeit halten, trotz der Gefahr für Sie und der Möglichkeit, Ihr Glück zu verlieren?“

„Nein, ich würde es nicht aufschieben! Auf keinen Fall würde ich es aufschieben!“ beteuerte Wirginski mit einem ganz eigentümlich tölpelhaften Übereifer und wieder ganz in Bewegung.

„Sie würden lieber wieder unglücklich sein wollen, als die Tat nicht ausführen – und sich für einen Lump halten, nicht wahr?“