„Ach, wissen Sie, Werchowenski, acht Stunden im Eisenbahnwagen ist ein furchtbares Los. Mit uns fährt noch in der ersten Klasse Oberst Berestoff, ein urkomischer Kauz, mein Gutsnachbar: verheiratet mit einer Garina – née de Garine.[203] Ist auch sonst in jeder Beziehung tadellos. Und wissen Sie, dabei hat er sogar Ideen. Hier hat er sich nur zwei Tage aufgehalten. Ein leidenschaftlicher Kartenspieler, nebenbei; spielt mit Vorliebe Jeralásch[54], sollte man da nicht ein Spielchen machen? Den vierten habe ich auch schon gefunden: Pripuchloff, ein Kaufmann aus dem T.schen, Millionär, aber, wissen Sie, ein richtiger Millionär, versichere Ihnen ... Ich mache Sie bekannt, eine urgemütliche Haut, und lachen werden wir! ...“

„Oh, Jeralásch spiele ich mit dem größten Vergnügen, und besonders noch auf der Reise, aber ich fahre in der zweiten Klasse.“

„Ach was, das ist doch ... auf keinen Fall, Sie setzen sich einfach zu uns. Ich werde sofort dem Zugführer sagen, daß Ihre Sachen in die erste Klasse zu bringen sind. Er gehorcht mir aufs Wort. Was haben Sie, einen sac de voyage?[204] ein Plaid?“

„Famos, gehen wir!“

Und Pjotr Stepanowitsch nahm selbst seinen Reisesack, Plaid und Buch und siedelte sofort mit der größten Bereitwilligkeit in die erste Klasse über. Erkel half ihm, die Sachen zu tragen. Da ertönte auch schon das dritte Glockenzeichen.

„Nun, Erkel,“ sagte Pjotr Stepanowitsch eilig und reichte ihm mit sichtlich anderweitig gefesseltem Interesse zum Abschied noch die Hand aus dem Fenster, „ich werde also mit ihnen Karten spielen.“

„Aber wozu mir das noch erklären, Pjotr Stepanowitsch, ich verstehe ja schon, ich verstehe doch alles, Pjotr Stepanowitsch.“

„Na, also dann auf glückliches ...“ und auf den Anruf des jungen Menschen, der ihn mit den Partnern bekannt machen wollte, wandte er sich plötzlich vom Fenster zurück.

Erkel sah seinen Pjotr Stepanowitsch nicht wieder.

Traurig kehrte er nach Haus zurück. Nicht, daß es ihn beängstigt hätte, daß Pjotr Stepanowitsch sie so plötzlich verließ, aber ... aber er hatte sich so schnell von ihm fortgewandt, als dieser junge Zierbengel ihn rief und ... er hätte doch etwas anderes sagen können, als diese nicht zu Ende gesprochene Abschiedsredensart: „na, also dann auf glückliches“ oder ... oder wenn er doch wenigstens die Hand fester gedrückt hätte!