Es war ein helles und ziemlich sauberes Bauernhaus mit drei Fenstern und zwei Zimmern, doch nicht eine Herberge, sondern nur so ein Haus, in dem vorüberfahrende Bekannte abstiegen. Stepan Trophimowitsch ging ohne die geringste Verwirrung in die Gastecke des ersten Zimmers, vergaß zu grüßen, setzte sich und verfiel in Gedanken. Das angenehme Gefühl der Wärme nach dreistündiger feuchter Kälte ergoß sich ungemein wohlig über seinen Körper. Sogar die Frostschauer, die ihm kurz und plötzlich über den Rücken liefen, – wie das bei allen sehr nervösen Menschen vor einer Influenza zu sein pflegt, wenn sie plötzlich aus der Kälte in die Wärme kommen, waren ihm mit einem Male ganz eigentümlich angenehm. Er erhob den Kopf, und siehe da – der leckere Duft von heißen Pfannkuchen, die die Bäuerin im Ofen briet, reizte seinen Geruchssinn. Mit einem kindlichen Lächeln auf den Lippen erhob er sich und trat vorsichtig zum Weibe.
„Was ist denn das? Das sind doch Pfannkuchen, nicht wahr?“ fragte er sie. „Mais c’est charmant!“[221]
„Wollen der Herr vielleicht welche?“ bot ihm das Weib sogleich höflich an.
„Natürlich will ich, selbstverständlich will ich, und ... ich würde Sie auch noch um etwas Tee bitten.“
„Ach, das Samowarchen aufsetzen? Ach, aber gern, gnädiger Herr!“
Und auf einem großen Teller mit dickem blauen Muster erschienen sogleich die Pfannkuchen, wie nur die Bauern allein sie zu bereiten verstehen, halb aus Weizenmehl, ganz dünn und mit heißer, frischer Butter übergossen – die herrlichsten Pfannkuchen der Welt. Stepan Trophimowitsch kostete mit Hochgenuß.
„Wie schön sie sind, die Pfannkuchen, und wieviel Butter! Und wenn man jetzt noch un doigt d’eau de vie[222] ...“
„Will der Herr nicht vielleicht ein Schnäpschen dazu?“
„Das ist’s, das ist’s ja gerade, ein wenig nur, un tout petit rien[223] ...“
„Für fünf Kopeken?“