Seine Lippen begannen zu zucken wie im Krampf.
„Aber, Stepan Trophimowitsch, soll man nicht doch jemanden von den Ihrigen benachrichtigen lassen, oder vielleicht auch – Ihre Bekannten?“
Da aber erschrak er dermaßen, daß sie ganz unglücklich darüber war, ihn noch einmal daran erinnert zu haben. Zitternd und bebend flehte er sie an, „nur um Gottes willen niemanden zu benachrichtigen, noch sonst etwas zu tun!“ Und er nahm ihr das Wort ab und beschwor sie: „Niemanden, niemanden! Wir allein, nur wir beide allein, et nous partirons ensemble.“[263]
Schlimm war es auch, daß sich die Hauswirte beunruhigten, ungehalten wurden und der armen Ssofja Matwejewna auf den Hals rückten. Sie bezahlte ihnen und zeigte ihnen Geld: damit beruhigte sie sie für einige Zeit; aber der Wirt wollte die Legitimationspapiere Stepan Trophimowitschs sehen. Der Kranke wies mit hochmütigem Lächeln auf seinen kleinen Reisekoffer, in dem Ssofja Matwejewna denn auch einen alten Ausweis fand. Bald aber verlangte der Bauer, daß man den Kranken fortschaffen solle, denn er könne schließlich sterben und was gäbe das dann für Scherereien. Ssofja Matwejewna sprach auch mit ihm über den Arzt, doch es stellte sich heraus, daß, wenn man ihn aus der Stadt holen wollte, die Kosten unerschwinglich wären. Und so kehrte sie denn niedergeschlagen zu ihrem Kranken zurück, der allmählich schwächer und schwächer wurde.
„Jetzt lesen Sie mir noch eine Stelle vor ... von den Schweinen,“ sagte er plötzlich.
„Wovon?“ fragte Ssofja Matwejewna entsetzt.
„Von den Schweinen ... das ist auch hier ... ces cochons[264] ... ich erinnere mich, die Teufel fuhren in die Schweine und die Schweine stürzten sich in den See und kamen alle um. Lesen Sie mir das unbedingt vor: ich werde Ihnen nachher sagen, wozu ... Ich will es wortwörtlich hören, wortwörtlich ...“
Ssofja Matwejewna kannte die Bibel gut und fand sofort jene Stelle aus Lukas, Kapitel 8, 32–37, die ich der Erzählung all dieser Ereignisse vorgeschrieben habe. Ich bringe sie hier noch einmal:
„‚Es war aber daselbst eine große Herde Säue an der Weide auf dem Berge. Und sie baten ihn, daß er ihnen erlaubte, in dieselben zu fahren. Und er erlaubte ihnen.
Da fuhren die Teufel aus von dem Menschen, und fuhren in die Säue; und die Herde stürzte sich vom Abhange in den See, und ersoffen.