Die bekannte Stimme wirkte erschütternd auf Stepan Trophimowitsch. Er begann zu zittern. Aber da trat sie schon ins Zimmer, trat an sein Bett. Ihre Augen blitzten. Sie stieß mit dem Fuß einen Stuhl heran, setzte sich, lehnte sich steif zurück und rief Dascha unwillig zu:
„Geh vorläufig hinaus! Kannst solange bei den Wirtsleuten bleiben! Was ist das plötzlich für eine Neugier? Und die Tür zieh hinter dir etwas fester zu!“
Eine ganze Weile fixierte sie stumm, mit einem seltsamen Raubtierblick sein erschrockenes Gesicht.
„Nun, wie geht es Ihnen, Stepan Trophimowitsch? Wie war denn der Spaziergang?“ fragte sie plötzlich mit grimmiger Ironie.
„Chère,“ stotterte Stepan Trophimowitsch wie benommen, „ich habe die russische Wirklichkeit kennen gelernt ... Et je prêcherai l’Evangile ...“[271]
„Oh, Sie schamloser, undankbarer Mensch!“ rief sie zornig aus, die Hände erhebend. „Ist es Ihnen noch nicht genug, daß Sie mich so bloßstellen und mit irgendeiner ... Oh, Sie alter, schamloser Wüstling!“
„Chère ...“
Seine Stimme versagte und er konnte nichts mehr hervorbringen, er sah sie vor Entsetzen nur mit weit offenen Augen an.
„Was ist das für eine?“
„C’est un ange ... C’était plus qu’un ange pour moi,[272] sie hat die ganze Nacht ... Oh, schreien Sie nicht, erschrecken Sie sie nicht, chère, chère ...“