Warwara Petrowna sprang plötzlich polternd vom Stuhl auf; angstvoll rief sie: „Wasser, Wasser!“

Stepan Trophimowitsch kam allerdings schon wieder zu sich, aber sie zitterte immer noch vor Schreck und blickte bleich in sein entstelltes Gesicht: jetzt erst begriff sie, wie ernst sein Zustand war.

„Darja,“ flüsterte sie schnell der hereinstürzenden Darja Pawlowna zu, „sofort nach dem Arzt, nach Doktor Salzfisch! Schicke sofort Jegorytsch, er soll hier Pferde mieten und in der Stadt einen anderen Wagen nehmen. Daß er mit Salzfisch noch vor dem Abend hier ist!“

Dascha ging schnell hinaus, um den Befehl auszuführen. Stepan Trophimowitsch sah Warwara Petrowna immer noch mit demselben erschrockenen Blick aus weit offenen Augen an. Seine weiß gewordenen Lippen bebten.

„Warte, Stepan Trophimowitsch, warte, Täubchen, nur einen Augenblick,“ redete sie ihm wie einem kleinen Kinde zu. „So warte doch, wart doch, sieh, Darja wird gleich zurückkommen und ... Ach, mein Gott, Wirtin, Wirtin, so komm doch du wenigstens, Mütterchen!“

Und in ihrer Ungeduld lief sie selbst nach der Bäuerin.

„Sofort, sofort jene wieder zurückbringen! Bring sie mir sofort zurück, zurück!“

Zum Glück war Ssofja Matwejewna mit ihren Sachen kaum aus dem Hause gegangen, so daß man sie schon nach ein paar Schritten einholte. Sie wurde zurückgebracht. Sie war aber so erschrocken, daß ihre Hände und Knie zitterten. Warwara Petrowna ergriff ihre Hand, wie ein Geier ein Küken, und zog sie eilig zu Stepan Trophimowitsch.

„Hier, hier haben Sie sie! Ich habe sie doch nicht aufgefressen! Sie dachten wohl schon, daß ich sie einfach verschlungen habe?“

Stepan Trophimowitsch ergriff Warwara Petrownas Hand und drückte sie an seine Augen, und plötzlich schluchzte er auf, schmerzhaft, krampfartig.