„Als aber Dascha in Aussicht stand, da erschien er parfümiert –“ stieß sie plötzlich unheimlich flüsternd hervor. Stepan Trophimowitsch erstarrte nur so.

„... Mit einer neuen Krawatte ...“

Wieder Schweigen – ungefähr zwei Minuten lang.

„Und die Zigarre, entsinnen Sie sich?“

„Mein Freund,“ stammelte er, von Schrecken erfaßt.

„Die Zigarre, am Abend, am Fenster ... der Mond schien ... nach den Stunden im Park ... in Skworeschniki? Entsinnst du dich, entsinnst du dich!“ und sie sprang auf, ergriff sein Kissen an beiden Ecken und schüttelte es mitsamt seinem Kopf. „Entsinnst du dich noch, du leerer, leerer, ehrloser, kleinmütiger, ewig, ewig leerer Mensch!“ zischte sie nahezu in ihrem ingrimmigen Geflüster, um nicht zu schreien. Dann ließ sie ihn fahren und fiel zurück auf den Stuhl, das Gesicht mit den Händen bedeckt. „Genug!“ sagte sie kurz, sich steif aufrichtend. „Zwanzig Jahre sind vergangen, die bringt man nicht zurück; dumm war auch ich.“

„Je vous aimais,“ – er legte beschwörend seine Hände zusammen.

„Was sagst du mir immer aimais und aimais! Genug!“ Sie fuhr wieder auf. „Und wenn Sie jetzt nicht sofort einschlafen, so werde ich ... Sie brauchen Ruhe! Schlafen Sie, schlafen Sie sofort! Schließen Sie die Augen! Ach, mein Gott, vielleicht will er frühstücken? Was essen Sie? Was darf er essen? Ach Gott, wo ist denn jene? wo ist jene?“

Warwara Petrowna setzte gleich das ganze Haus in Bewegung. Doch Stepan Trophimowitsch stammelte, daß er jetzt allerdings lieber schlafen würde, ein wenig nur, une heure, und dann – un bouillon, un thé ... enfin il est si heureux.[275] Er lag ganz still und es war wirklich, als sei er im Einschlafen (wahrscheinlich stellte er sich nur so). Warwara Petrowna wartete noch ein wenig und ging dann auf den Fußspitzen zur Tür.

Im anderen Zimmer setzte sie sich hin, schickte die Hauswirte einfach hinaus und befahl Dascha, „jene“ hereinzuführen. Es begann ein ernstes Verhör.