„Das ist nicht so zu verstehen,“ rief ich, „es hat einen Augenblick gegeben, wo auch ich an seine Liebe zu dieser Frau glaubte – aber das ist es nicht ... Ja, und selbst wenn es der Fall gewesen wäre, so kann er doch jetzt ganz beruhigt sein ... da dieser Herr ja schon verabschiedet worden ist.“

„Welcher Herr?“

„Bjoring.“

„Wer hat Ihnen denn das gesagt? Vielleicht hat dieser Herr noch niemals so viel Einfluß gehabt, wie eben jetzt,“ lachte sie boshaft; mir schien sogar, daß sie mich dabei spöttisch und scharf beobachtete.

„Mir sagte es Darja Onissimowna,“ stammelte ich in einer Verwirrung, die zu verbergen ich nicht imstande war, und die sie nur zu gut bemerkte.

„Darja Onissimowna ist ja eine sehr nette Person, und natürlich kann ich ihr nicht verbieten, mich zu lieben, aber sie hat gar keine Mittel, etwas zu erfahren, was sie nicht zu wissen braucht.“

Mein Herz krampfte sich zusammen; und wenn sie beabsichtigt hatte, meinen Unwillen zu entflammen, so war ihr das allerdings gelungen, da es in mir heiß zu sieden begann, nur war es nicht Unwille über jene Frau, sondern Unwille über sie, Anna Andrejewna, selbst. Ich erhob mich.

„Als anständiger Mensch muß ich Sie im voraus darauf aufmerksam machen, daß Ihre Erwartungen ... in bezug auf mich ... sich als sehr hinfällig erweisen können ...“

„Ich erwarte von Ihnen, daß Sie für mich eintreten,“ sagte sie und sah mich fest an, „für mich, die ich von allen verlassen bin ... für Ihre Schwester, wenn Sie es wollen, Arkadi Makarowitsch.“

Einen Augenblick noch, und sie hätte zu weinen angefangen.