„Erlauben Sie auch mir, mit Ihnen anzustoßen?“ fragte mich der hübsche Trischatoff und hielt mir sein Glas entgegen.
Bis zum Champagner war er sehr nachdenklich und schweigsam gewesen. Der dadais hatte überhaupt nichts gesprochen, nur geschwiegen und viel gegessen.
„Mit Vergnügen,“ erwiderte ich Trischatoff.
Wir stießen an und leerten unsere Gläser.
„Ich werde nicht auf Ihr Wohl trinken,“ wandte sich plötzlich auch der dadais an mich, „nicht weil ich Ihnen etwa den Tod wünsche, sondern weil ich nicht will, daß Sie hier zu viel trinken“. Er sagte das düster und nachdrücklich. „Sie haben von drei Gläsern genug. Ich sehe, Sie betrachten meine ungewaschene Faust?“ fuhr er fort und legte die Hand vor sich auf den Tisch. „Ich wasche sie nicht, und so ungewaschen vermiete ich sie an Lambert, zum Einschlagen fremder Schädel, in Fällen, die für Lambert bedenklich sind.“
Und plötzlich schlug er mit der Faust aus aller Kraft auf den Tisch, daß sämtliche Teller und Gläser klirrten. Außer unserem Tisch waren in diesem Zimmer noch vier Tische besetzt, – von Offizieren und Herren von tadelloser Haltung. Das Restaurant war gerade in Mode; alle unterbrachen für den Augenblick ihr Gespräch und sahen in unsere Ecke; ja, ich glaube, wir hatten schon längst ein gewisses Aufsehen erregt. Lambert errötete über und über.
„Ha, fängt er schon wieder an! Ich habe Sie doch gebeten, Nikolai Ssemjonowitsch, sich anständig aufzuführen,“ raunte er in wütendem Geflüster Andrejeff zu. Der wandte ihm langsam den Blick zu und sah ihn lässig an.
„Ich wünsche nicht, daß mein neuer Freund Dolgorowky heute hier zuviel Wein trinkt,“ sagte er.
Lambert wurde vor Wut noch röter. Der Pockennarbige hörte schweigend, aber mit sichtlichem Vergnügen zu. Andrejeffs Ausfall schien ihm aus irgendeinem Grunde zu gefallen. Nur ich allein begriff nicht, warum ich nicht mehr trinken sollte.
„Das tut er nur, damit ich ihm noch Geld gebe. Sie bekommen noch sieben Rubel, verstanden, nach dem Essen – nur lassen Sie uns erst die Mahlzeit beenden; blamieren Sie uns nicht,“ sagte Lambert halblaut, wenn auch knirschend vor Wut, zu ihm.