„Aha!“ brummte der dadais siegesbewußt.
Das entzückte den Pockennarbigen nun ganz und gar, und er fing boshaft zu kichern an.
„Höre, du bist schon zu ...“ wandte sich Trischatoff beunruhigt und fast schmerzlich berührt an seinen Freund, offenbar um ihn zurückzuhalten.
Andrejeff verstummte, aber nicht für lange, denn das entsprach nicht seiner Absicht. Nicht weit von uns, vielleicht fünf Schritt von unserem Tisch, speisten zwei Herren, die sich lebhaft unterhielten. Beide waren in mittleren Jahren, und man sah ihnen sofort eine gewisse übertriebene Empfindlichkeit an. Der eine war groß und sehr dick, der andere gleichfalls sehr dick, aber klein. Sie unterhielten sich auf polnisch über die neuesten Pariser Ereignisse. Der dadais hatte sie schon lange aufmerksam betrachtet und zu ihnen hinübergehorcht. Der kleinere Pole erschien ihm offenbar als komische Figur, und er haßte ihn sofort, wie das bei Leuten, die an der Galle oder Leber leiden, sehr häufig ohne jeglichen Grund geschieht. Plötzlich sprach der kleine Pole den Namen des Deputierten Madiér de Montjeáu aus, aber nach der Gewohnheit sehr vieler Polen sprach er ihn polnisch aus, das heißt, er betonte statt der letzten, die vorletzte Silbe: also nicht Madiér de Montjeáu, sondern Mádier de Móntjeau. Das genügte dem dadais. Er wandte sich auf seinem Platz zu den Polen um, reckte sich stolz und sagte plötzlich laut und deutlich, als richte er eine Frage an sie:
„Madiér de Montjeáu?“
Die Polen drehten sich wütend nach ihm um.
„Was wünschen Sie?“ schrie der große Pole ihn laut auf russisch an.
Der dadais wartete einen Augenblick.
„Madiér de Montjeáu,“ wiederholte er plötzlich noch einmal laut, daß es über den ganzen Saal hin zu hören war, doch ohne weiter irgendeine Erklärung abzugeben, genau so dumm, wie er vor der Tür bei Lambert drohend auf mich zugetreten war und mehrmals den Namen „Dolgorowky“ ausgesprochen hatte.
Die Polen sprangen auf, Lambert schnellte hinter dem Tisch in die Höhe und wollte, wie es schien, sich auf Andrejeff stürzen, besann sich aber und eilte zu den Polen, um sie untertänigst um Entschuldigung zu bitten.