„Das hab’ ich, aber er wird mir schon dafür büßen. Sie verschwören sich jetzt gegen mich, aber ich werde schon mit ihnen fertig werden ...“
„Der Pockennarbige scheint dich ja sehr zu beunruhigen. Und weißt du, ich glaube, ich bin jetzt der einzige, der dir noch verblieben ist. Alle deine Hoffnungen hast du jetzt auf mich gesetzt, – ist’s nicht so?“
„Ja, Arkadi, das ist so: Du bist jetzt der einzige Freund, der mir noch geblieben ist; das hast du gut gesagt!“ Er klopfte mir auf die Schulter.
Was sollte man mit einem so beschränkten Menschen anfangen? Er war ja geistig vollkommen unentwickelt und faßte meinen Spott als Schmeichelei auf.
„Du könntest mir aus einer schlimmen Lage helfen, wenn du ein guter Freund sein willst, Arkadi,“ fuhr er fort und sah mich liebevoll an.
„Wobei könnte ich dir denn helfen?“
„Du weißt doch selbst, wobei. Ohne mich würdest du die Sache wie ein Narr anfassen und alles nur verpfuschen, ich aber würde dir dreißigtausend Rubel geben; wir würden den Gewinn einfach teilen, und du weißt doch schon selbst wie und was! Na, und überhaupt: was bist du jetzt? Du hast doch nichts – keinen Namen, keine Familie; hier aber bietet sich dir mit einem Schlage ein ganzes Vermögen; und hast du erst einmal Geld, so kannst du noch wer weiß was für eine Karriere machen!“
Ich staunte nur so über die Art seines Vorgehens. Ich hatte zum mindesten erwartet, daß er mich zu überlisten suchen werde, und nun begann er mit mir so ohne alle Vorsichtsmaßregeln, als ob ich ein dummer Junge gewesen wäre! Ich beschloß, ihn anzuhören; ich tat es einerseits aus Vorurteilslosigkeit und andererseits ... aus schrecklicher Neugier.
„Sieh, Lambert: du wirst das zwar nicht verstehen, aber ich bin bereit, dich anzuhören, weil ich vorurteilslos bin,“ erklärte ich mit plötzlicher Entschlossenheit und trank wieder einen Schluck.
Lambert goß sofort wieder nach.