„Ja, aber ist denn das möglich?“ stammelte ich.
„Warum denn nicht? Du zeigst ihr das Dokument – da wird sie Angst bekommen und dich heiraten, um nicht ihr ganzes Erbe zu verlieren.“
Ich beschloß, Lambert in seinen gemeinen Vorschlägen nicht zu unterbrechen, zumal er sie mir mit einer Harmlosigkeit vorlegte, die nicht einmal zu ahnen schien, daß ich mich plötzlich dagegen empören könnte; indessen murmelte ich doch so etwas davon, daß ich sie nicht zwingen wolle:
„Aber ich will sie doch um nichts in der Welt mit Gewalt dazu bewegen, mich zu heiraten, wie kannst du so gemein sein, mir überhaupt solche Vorschläge zu machen?“
„Ei, was! sie heiratet dich ja ganz von selbst: du brauchst sie zu nichts zu zwingen, denn sie wird so erschrocken sein, daß sie von selbst alles tun wird. Und sie wird allein schon darum wollen, weil doch auch sie in dich verliebt ist,“ schloß Lambert, und sprach plötzlich die Hauptsache aus.
„Du lügst! Du willst dich über mich lustig machen! Woher kannst du wissen, ob sie in mich verliebt ist?“
„Unbedingt ist sie das! Ich weiß es. Auch Anna Andrejewna ist der Meinung. Ich sage dir das im Ernst und es ist wahr, daß Anna Andrejewna daran glaubt. Und dann werde ich dir noch etwas erzählen, wenn du zu mir kommst, eine Sache, aus der du ersehen kannst, daß sie in dich verliebt ist. Alphonsina ist in Zarskoje gewesen; sie hat da auch erfahren ...“
„Was kann sie denn da erfahren haben?“
„Komm, gehen wir zu mir! Sie wird dir alles selbst erzählen, und du wirst es gern hören. Bist du denn schlechter als irgendein anderer? Du bist hübsch, wohlerzogen ...“
„Ja, ich bin wohlerzogen,“ flüsterte ich atemlos. Mein Herz klopfte mächtig, und natürlich nicht nur vom Wein.